Nürnberg (SID) - Liga-Chef Reinhard Rauball sieht das größte Hindernis auf dem Weg zur Einführung einer Torlinientechnik im deutschen Fußball durch eine Entscheidung der Regelhüter des International Football Association Board (IFAB) aus dem Weg geräumt. Das IFAB beim Weltverband FIFA hatte die Fehlertoleranzgrenze für die Systeme am Donnerstag von 3 cm auf 1,5 cm halbiert - dies hatte die Deutsche Fußball Liga (DFL) zur Bedingung erhoben, um zu einem nicht benannten Zeitpunkt grünes Licht für die Torlinientechnik zu geben.

"Wir haben viel Kritik dafür einstecken müssen, dass wir uns noch gegen eine Torlinientechnik verwehrt haben, weil wir die Toleranzgrenze von drei Zentimetern als zu hoch erachtet haben. Das Board hat uns mit seiner Entscheidung bestärkt, denn das wäre auch unser Vorschlag gewesen", sagte Rauball beim Bundestag des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in Nürnberg: "Ich habe die FIFA schon oft kritisiert, aber in diesem Fall muss ich sie loben."

Allerdings werde die DFL an ihrer Vorgehensweise und dem zeitlichen Rahmen bis 2015 festhalten. "Wir lassen uns nicht treiben", sagte Rauball auf einer Pressekonferenz im Anschluss an den DFB-Bundestag: "Wir wollen auch die Ergebnisse der anderen europäischen Ligen abwarten." Davon hänge auch ab, ob die 2. Bundesliga ebenfalls mit einbezogen werde. Rauball: "Dem Eindruck, dass die Torlinientechnik in den nächsten Tagen kommt, muss ich entgegentreten."

Die DFL hatte zuletzt trotz des Phantomtors des Leverkuseners Stefan Kießling am vergangenen Freitag ihre Forderung nach genaueren Messtechniken erneuert. Wegen der aus Sicht des Liga-Verbandes unzureichenden Toleranz bei den schon von der FIFA oder auch der englischen Premier League eingesetzten Systemen hatte die DFL die Einführung der Torlinientechnik bislang frühestens für 2015 in Aussicht gestellt.

Das IFAB wacht über die weltweiten Regeln des Fußballs. Dem Gremium gehören außer FIFA-Vertretern ausschließlich Mitglieder der vier britischen Verbände an.