Greater Noida (dpa) - Rund 48 Stunden vor der erhofften Titelparty hat Sebastian Vettel keine Zweifel an seiner weltmeisterlichen Krönung in Indien gelassen. Der dreimalige Formel-1-Weltmeister raste im Freitagstraining zur Bestzeit und ließ der Konkurrenz in 1:25,722 Minuten keine Chance.

Vettels einzig verbliebener Konkurrent im WM-Kampf, Fernando Alonso, musste sich mit Platz fünf begnügen. Dem Heppenheimer genügt selbst bei einem Grand-Prix-Sieg des spanischen Ferrari-Stars Position fünf, um seinen historischen vierten Titel in Serie zu erringen.

Direkt hinter Vettel kam sein Red-Bull-Teamkollege Mark Webber über die Ziellinie, der auf dem 5,125 Kilometer langen Kurs in Greater Noida vor den Toren Neu-Delhis Lotus-Pilot Romain Grosjean distanzierte. Zwischen den Franzosen und Alonso schob sich als Vierter noch der Mercedes-Mann Lewis Hamilton. Nico Rosberg im zweiten Silberpfeil wurde Sechster. Adrian Sutil kam im Force India als Zwölfter zurück an die Box, Sauber-Pilot Nico Hülkenberg nur als 14.

Unter einer Smog-Glocke setzte Vettel seine eindrucksvollen Auftritte in Indien fort. Der 26-Jährige hatte zwar erneut zwischenzeitlich mit Problemen am KERS zu kämpfen, diese erwiesen sich jedoch als keineswegs hinderlich. Beim letzten Grand Prix vor zwei Wochen in Japan hatte das Energie-Rückgewinnungssystem in seinem Red Bull noch gestreikt und ihn so im Abschlusstraining wichtige Kilometer gekostet.

Schon in der Auftaktsession zum viertletzten Rennen der Saison hatte Vettel seine Stärke demonstriert und war Bestzeit gefahren. In Indien kein Wunder. Die ersten beiden Auflagen des Asiens-Events hat der Rekordsammler aus Heppenheim von der Pole Position aus gewonnen und sogar jede Rennrunde angeführt. Im vergangenen Jahr schloss er auch jedes Training als Nummer eins ab. Dass das ständige Auf und Ab dieses Kurses Red Bull liegt, zeigte auch Webbers Vorstellung, der sich bei diesigen Wetterverhältnisse direkt hinter Vettel einreihte.

Für Alonso begann der Tag hingegen denkbar schlecht. In der ersten Session übten sich die meisten Fahrer noch lange in Kilometer-Enthaltsamkeit. Nachdem der Spanier dann rausgefahren war und einige Runden gedreht hatte, musste er seine Rote Göttin aber auch schon wieder an die Box steuern. Die erste Vermutung: Das Getriebe ist schuld. Dann die Entwarnung: Ein Getriebewechsel war nicht nötig, die Mechanik wollte nicht. Dennoch reichte es für den Asturier in der Endabrechnung nur zu Rang fünf.

Den WM-Titel hat der 32-Jährige längst abgehakt. Zu weit ist Vettel enteilt. Mit 90 Punkten liegt der Bald-Viermal-Champion in Führung. Selbst Alonsos erster Grand-Prix-Erfolg nach mehr als fünf Monaten könnte daran kaum etwas ändern. Dann müsste Vettel in Indien nur als Fünfter über die Ziellinie rollen, um die Sause steigen zu lassen.

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