Istanbul (dpa) - Angelique Kerber hat den Halbfinal-Einzug bei der Tennis-WM verpasst und es nicht geschafft, als erste deutsche Spielerin seit 15 Jahren unter die besten Vier beim Saisonfinale einzuziehen.

Die Kielerin verlor in Istanbul im entscheidenden Spiel der Roten Gruppe 7:6 (7:3), 2:6, 3:6 gegen die Tschechin Petra Kvitova. Durch die zweite Niederlage im dritten Vorrundenmatch schied Kerber aus.

Kvitova, 2011 Siegerin der WTA-Championships, zog mit dem zweiten Sieg ebenso wie Gruppensiegerin Serena Williams ins Halbfinale ein. Die Titelverteidigerin aus den USA trifft am Samstag auf die Serbin Jelena Jankovic.

Kvitova tritt gegen Li Na aus China an. Die einstige French-Open-Siegerin gewann in der Weißen Gruppe beim 6:2, 6:1 über die Weißrussin Victoria Asarenka auch ihr drittes Match. Davon profitierte Jankovic, die durch die zweite Niederlage der am Rücken verletzten Weltranglisten-Zweiten Asarenka schon vor ihrem letzten Gruppenspiel gegen die Italienerin Sara Errani weiterkam.

Kerber sah einen Tag nach der Gala gegen Agnieszka Radwanska anfangs kaum Land in dem Duell zweier Linkshänderinnen. Kvitova dominierte mit ihrem Aufschlag und der starken Vorhand die Partie und lag schnell 4:1 vorn. Zu diesem Zeitpunkt waren der einstigen Wimbledonsiegerin bereits 13 Gewinnschläge gelungen. Kerber ließ sich davon nicht beeindrucken - auch im Wissen um den kuriosen Verlauf jüngst im Finale von Tokio. Dort hatte sie zwar in drei Sätzen verloren, den zweiten aber 6:0 gewonnen. Nach dem Rebreak zum 3:4 und der Abwehr von zwei weiteren Breakbällen war beim 4:4 alles wieder im Lot. Kvitova half mit einigen Fehlern dabei kräftig mit.

Die Weltranglisten-Sechste agierte nun nicht mehr so sicher. Im Tiebreak brachte der gewohnt kampfstarken deutschen Nummer eins ein Passierball aus der Bedrängnis heraus die 5:2-Führung. Nach einem Doppelfehler von Kvitova nutzte Kerber ihren ersten Satzball.

Die 25-Jährige konnte in dem nun hochklassigen Match zwei Chancen zur 2:0-Führung im zweiten Satz nicht verwerten, weil Kvitova vor allem mit Service und Vorhand wieder besser dagegenhielt. Das offensive, druckvolle Spiel bescherte der 23-Jährigen das erste Break zum 3:2. Mehrere Doppelfehler von Kerber kosteten sie das nächste Aufschlagsspiel zum 2:5, kurz darauf war der Satz weg.

Kvitova diktierte die Partie nun wieder wie am Anfang und holte sich mit einer Rückhand quer über den Platz im entscheidenden Durchgang gleich das nächste Break. Doch Kerber gelang sofort das Rebreak, mit geballter Faust feuerte sich die Nummer neun der Welt danach an - und geriet gleich wieder in Rückstand. Zwei Chancen zum erneuten Ausgleich ließ Kerber liegen und lief dem 1:3-Rückstand trotz aller Bemühungen letztlich vergeblich hinterher. Nach gut zwei Stunden Spielzeit stand die dritte Niederlage im fünften Vergleich gegen Kvitova fest.