Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax ist am Donnerstag mit dem höchsten Schlussstand seiner Geschichte aus dem Handel gegangen. Für den deutschen Leitindex ging es nach anfänglichen Verlusten um 0,26 Prozent auf 9033,92 Punkte nach oben.

Erst am Vortag hatte der Dax in der Hoffnung auf eine anhaltende Geldschwemme aus den USA im Handelsverlauf einen Rekord bei 9070 Punkten markiert. Die anfängliche Enttäuschung über die unklaren Aussagen der US-Notenbank habe der Markt nun langsam verdaut, sagten Börsianer.

Der MDax näherte sich weiter der Marke von 16 000 Punkten und legte am Donnerstag um 0,31 Prozent auf 15 989,77 Punkte zu. Zwischenzeitlich hatte der Index der mittelgroßen Werte ein Rekordhoch markiert. Der TecDax rückte um 0,16 Prozent auf 1129,85 Punkte vor.

Auch die an diesem Tag zum Teil schwächeren Unternehmensbilanzen seien inzwischen abgearbeitet, sagte Marktexperte Stefan de Schutter von Alpha Wertpapierhandel. Solange die Fed absehbar die Geldschleusen nicht schließe, werde es mit den Kursen weiter nach oben gehen.

Tatsächlich macht die US-Notenbank wie von den meisten Beobachtern erwartet vorerst keine Abstriche an ihren milliardenschweren Anleihekäufen. Da sich die Fed aber zu ihrem Zeitplan weiter bedeckt hielt, wird nun an den Finanzmärkten weiter spekuliert. Einige Experten glauben, dass die US-Notenbank doch noch Ende dieses Jahres die Anleihenkäufe zurückfährt, die meisten rechnen damit aber erst im kommenden Frühjahr.

Unterdessen geht in Deutschland die Berichtssaison mit vollem Schwung weiter. Im Dax verloren die Lufthansa-Aktien nach endgültigen Quartalszahlen als schwächster Index-Wert 2,86 Prozent auf 14,265 Euro. Ein verlustreiches Frachtgeschäft und der starke Euro hatten die Fluggesellschaft auf ihrem Sanierungskurs im Sommer gebremst. Papiere von Bayer notierten nach der Bilanzvorlage um 1,06 Prozent schwächer.

Im MDax zählten Gea-Titel mit einem Plus von 3,52 Prozent auf 32,05 Euro zu den Favoriten, in der Spitze wurden die Aktien mit 33,18 Euro gehandelt und waren damit so teuer wie noch nie. Eine hohe Nachfrage aus der Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie hatte dem Maschinenbauer weiter gute Geschäfte beschert.

Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone schloss 0,90 Prozent fester bei 3067,95 Punkten. Auch die Börse in Paris verzeichnete Gewinne, wohingegen in London der Leitindex FTSE 100 nachgab. In New York bewegte sich der Dow Jones Industrial zum Handelsschluss in Europa kaum von der Stelle.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,36 (Mittwoch: 1,40) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,13 Prozent auf 134,19 Punkte. Der Bund-Future zog um 0,40 Prozent auf 142,02 Punkte an. Der Kurs des Euro gab nach und notierte zuletzt bei 1,3587 US-Dollar. Die in der Eurozone deutlich gesunkene Inflationsrate hatte die Gemeinschaftswährung belastet. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,3641 (1,3755) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7331 (0,7270) Euro.