Abu Dhabi (SID) - Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel geht beim Großen Preis von Abu Dhabi (Sonntag, 14 Uhr/RTL un Sky) von Startplatz zwei ins Rennen. Der Red-Bull-Pilot musste sich sechs Tage nach seiner Krönung zum jüngsten Vierfach-Champion der Geschichte im Qualifying auf dem 5,554 km langen Yas Marina Circuit nur seinem Teamkollegen und Polesetter Mark Webber aus Australien geschlagen geben. Dritter wurde Mercedes-Pilot Nico Rosberg.

"Ich bin nicht ganz zufrieden und hoffe, dass ich spätestens jetzt aufgewacht bin", sagte Vettel, der am Montag nach einer feucht-fröhlichen WM-Party ("Das waren zu viele Drinks in einer zu kurzen Zeitspanne") laut eigener Aussage von einem ordentlichen Kater geplagt wurde: "Ich habe alles versucht, aber es hat nicht gereicht, es waren einige Wackler drin. Aber ich freue mich auf das Rennen - es wird sicher spannend."

Webber, der seine Karriere in der Formel 1 nach der Saison beendet und in die Langstrecken-WM zu Porsche wechselt, holte sich die 13. Pole seiner Karriere. Schon in Japan hatte Vettels Intimfeind dem Heppenheimer den besten Startplatz weggeschnappt. Und Rosberg meinte: "Das ist mit dem Blick auf die Team-WM ein gutes Ergebnis - da wollen wir unbedingt Ferrari schlagen."

Vorjahressieger Kimi Räikkönen (Lotus) fuhr mit ordentlich Wut im Bauch zunächst auf Platz fünf. Am Abend wurde der 34-Jährige von den Rennkommissaren aber ans Ende des Feldes strafversetzt, weil der Unterboden seines Wagens nicht dem Reglement entsprochen hatte. Ein herber Rückschlag für den WM-Dritten.

Der "Iceman" steht in der Hitze von Abu Dhabi ohnehin einmal mehr im Mittelpunkt. Am Donnerstag hatte der Finne erst die obligatorischen Medientermine geschwänzt und am Freitagabend wegen ausstehender Gehaltszahlungen mit einer Streikdrohung für die letzten beiden Saisonrennen in Austin (USA) und São Paulo (Brasilien) für Aufregung in seinem Team gesorgt. Lotus soll dem Ex-Weltmeister, der nächste Saison zu Ferrari zurückkehrt, noch rund 20 Millionen Dollar Gehalt schulden. "Ich will endlich mein Geld sehen", schimpfte er.

Lotus war am Samstag darum bemüht, den Streit herunterzuspielen. "Ich habe mit Kimi gesprochen", sagte Teameigner Gerard Lopez der "Welt am Sonntag": "Ich gehe davon aus, dass er in Austin und Sao Paulo fahren wird, weil wir unsere Verpflichtungen erfüllen werden."

Lewis Hamilton (England) sicherte sich im zweiten Silberpfeil Startplatz vier. Der WM-Zweite und Ferrari-Star Fernando Alonso erlebte einen schwarzen Tag und enttäuschte mit Platz elf. Nico Hülkenberg (Sauber/Emmerich) überzeugte im Kampf um ein Cockpit für die kommende Saison und sicherte sich Rang sechs, Adrian Sutil (Force India/Gräfelfing) kam nicht über Platz 18 hinaus.