Islamabad (dpa) - Der Tod des pakistanischen Taliban-Chefs Hakimullah Mehsud bei einem US-Drohnenangriff hat die Extremisten in eine Führungskrise gestürzt. Eine Schura der Tehrik-e-Taliban Pakistan (TTP) ernannte zunächst Mehsuds bisherigen Stellvertreter Khan Said Sajna zu dessen Nachfolger.

Einige Gruppen in der TTP würden gegen den Ratsbeschluss aber aufbegehren, sagte ein Taliban-Kommandeur per Telefon. Der Rat werde nun von Sonntag an weiter tagen, bis ein Entschluss gefasst werden könne.

Hakimullah Mehsud und vier weitere getötete Extremisten seien am Samstag an verschiedenen Orten in den Stammesgebieten beerdigt worden, hieß es aus Sicherheitskreisen. Zu dem US-Angriff im Stammesgebiet Nord-Waziristan war es unmittelbar vor dem geplanten Beginn von Friedensgesprächen der Regierung mit der TTP gekommen.

Innenminister Chaudhry Nisar Ali Khan nannte den Angriff einen Versuch, die Gespräche zu "sabotieren". Informationsminister Pervaiz Rashid sagte, seine Regierung setzte weiter auf Verhandlungen. "Wir hatten alle Hürden zur Eröffnung eines Dialogs beseitigt und werden weiterhin versuchen, darauf aufzubauen."