Leverkusen (dpa) - Mit Angreifer Heung-Min Son in Top-Form und einem Torfestival hat Bayer Leverkusen die Verfolgung der Spitzenteams Bayern und Dortmund in der Fußball-Bundesliga wieder aufgenommen. Beim 5:3 (2:1) gegen den Hamburger SV avancierte Son gegen seinen Ex-Club zum Matchwinner.

Der Südkoreaner, der erst im Sommer für rund zehn Millionen Euro vom HSV an den Rhein gewechselt war, erzielte gleich drei Leverkusener Tore und bereitete einen Treffer vor. Damit rehabilitierte sich Bayer für die überraschende Pleite beim Abstiegskandidaten Eintracht Braunschweig vor einer Woche und blieb auch im siebten Heimspiel dieser Saison ohne Niederlage. Der HSV musste indes nach zuvor zwei Auswärtssiegen einen Dämpfer hinnehmen und konnte die Distanz zur Abstiegszone nicht vergrößern.

Vor 30 077 Zuschauern in der Leverkusener BayArena waren neben Son (9. Minute/16./55.) auch Stefan Kießling (72.) und Gonzales Castro (89.) für die Hausherren erfolgreich. Für den HSV trafen Maximilian Beister (23.) und zweimal Pierre-Michel Lasogga (49./74.).

Bayer-Coach Sami Hyypiä, der gegen Braunschweig einige Stammspieler geschont hatte, berief wie am Dienstag in der Champions League gegen Schachtjor Donezk (0:0) wieder seine eingespielte Offensivformation um Torjäger Kießling in die Startelf. Lars Bender fehlte allerdings wegen einer Sperre. HSV-Trainer Bert van Marwijk vertraute der Mannschaft, die zuvor mit zwei gravierenden Patzern durch Innenverteidiger Lasse Sobiech beim 0:2 gegen Borussia Mönchengladbach enttäuscht hatte.

Leverkusen begann schwungvoll, setzte die Hanseaten unter Druck und erspielte sich direkt eine Fülle guter Torchancen. Sidney Sam schloss zwar in den ersten Minuten dreimal zu ungenau ab (2./5./7.), doch sein südkoreanischer Offensivpartner machte es kurz darauf wesentlich besser. Erst düpierte Son nach einem Zuspiel von Gonzalo Castro HSV-Verteidiger Heiko Westermann und traf zum 1:0. Dann nutzte er die Vorlage von Sam für einem Sololauf zu seinem zweiten Treffer.

Der HSV war bis dahin ungefährlich, erhöhte nach dem 0:2-Rückstand aber das Tempo und profitierte von einem Patzer durch Bayer-Profi Simon Rolfes. Der frühere Nationalspieler verlor den Ball im Spielaufbau an Hakan Calhanoglu und Beister markierte den Anschlusstreffer. Das Tor verschaffte den Gästen Aufwind. Hamburg wurde sicherer in den Kombinationen. Beister scheiterte jedoch mit einem Kopfball aus kurzer Distanz an Bernd Leno (27.) und konnte auch unmittelbar vor den Pause den Bayer-Keeper nicht bezwingen (45.).

Hamburg startete mit Elan in den zweiten Abschnitt und war erneut nach einem Leverkusener Fehler erfolgreich. Die verunglückte Kopfballabwehr von Emir Spahic verwertete Lasogga zum Ausgleich. Die HSV-Defensive bekam aber Son nicht in den Griff: Der Flügelstürmer war wenig später auch zum dritten Bayer-Treffer zur Stelle. Die Hamburger intensivierten in der Folge ihre Angriffsbemühungen und boten Leverkusen Platz für schnelle Gegenstöße. In der turbulenten Schlussphase hielt der HSV das Match lange offen, aber kurz vor dem Schlusspfiff sorgte Castro mit dem fünften Tor der Hausherren für die Entscheidung.