Chennai (SID) - Die mit Spannung erwartete Schach-WM zwischen dem Inder Viswanathan Anand und dem Norweger Magnus Carlsen hat unspektakulär begonnen. Nach nur 16 Zügen und 90-minütiger Spieldauer trennten sich der 43 Jahre alte Weltmeister Anand und sein 21 Jahre jüngerer Herausforderer in Chennai remis. Die zweite Partie beginnt am Sonntag um 10.30 Uhr MEZ.

Der favorisierte Weltranglistenerste Carlsen führte die weißen Steine und startete sehr verhalten mit der auf diesem Niveau unüblichen Réti-Eröffnung. Damit wollte er zu Beginn des Wettkampfs einem theoretischen Duell in der Eröffnungsphase aus dem Weg gehen. Lokalmatador Anand reagierte cool und brachte seine Figuren zügig und präsize ins Spiel.

Schon nach elf Zügen installierte er einen seiner Springer im weißen Lager. Der Norweger griff diesen Springer mit seiner Dame an, doch der Weltmeister konterte mit einem Angriff auf die weiße Dame. Die Spieler wiederholten drei Mal die Züge und einigten sich im Fünf-Sterne-Hotel Hyatt Regency auf ein Unentschieden.

Das Duell stößt vor allem in den Herkunftsländern der Spieler auf enormes Interesse, Carlsen und Anand genießen dort den Status von Superstars. Vor dem Beginn des Duells am Samstag saßen sich die beiden Kontrahenten minutenlang hochkonzentriert und fast bewegungslos am Schachbrett gegenüber, während hinter einer Glasscheibe im Zuschauerraum Dutzende Kameras auf die Spieler gerichtet waren.

Der Wettkampf ist auf zwölf Partien angesetzt. Insgesamt beträgt das Preisgeld 2,55 Millionen Dollar (1,89 Millionen Euro). Davon bekommt Carlsen bereits vor dem Start 100.000 Dollar (74.000 Euro), weil er im Heimatland seines Gegners antreten muss. Endet die WM regulär nach höchstens zwölf Partien, bekommt der Sieger 60 Prozent, der Verlierer 40 Prozent der Summe. Sollte es zu einer Verlängerung kommen, ändert sich das Verhältnis auf 55:45.