München (dpa) - Ovationen für Uli Hoeneß und Jubel ohne Ende. Der Präsident des FC Bayern München ist bei der ersten Jahreshauptversammlung nach Aufdeckung seiner Selbstanzeige und rund vier Monate vor seinem Steuerstrafverfahren lautstark von den Mitgliedern gefeiert worden.

Der 61-Jährige genoss den großen, aufmunternden Beifall und die vereinzelten «Uli,Uli»-Rufe, schaute von seinem Platz vor dem überdimensionalen Bayern-Wappen stolz auf die Menschenmenge. Seinen eigenen Bericht verschob er überraschend hinter die Vorträge der Präsidiumskollegen und des Vorstandes.

Nach dem sportlichen Superjahr mit dem historischen Triple gab es auch Top-Zahlen zu vermelden: Mit 432,8 Millionen Euro gab es im Gesamtkonzern den nächsten Rekordumsatz, dazu mit 14 Millionen den dritthöchsten Gewinn der Vereinsgeschichte. Die Zahl der Mitglieder des größten deutschen Sportvereins ging auf 223 985 in die Höhe.

«Es war ein unglaubliches Jahr, das wir alle, wie wir hier sitzen, gemeinsam erleben durften», frohlockte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge am Rednerpult neben den vier glänzenden Pokalen. «Ich glaube, es ist vielleicht die beeindruckendste, die schönste Zeit, die wir in der 113-jährigen Gesichte des FC Bayern erleben. Ich glaube, es war nie schöner, Fan des FC Bayern zu sein.» Nach persönlichen Worten an «meinen Freund», konnte Hoeneß seine Tränen nicht mehr zurückhalten. Erneut reagierten die Mitglieder mit Standing Ovations und Gesang.

«Lieber Karl-Heinz, ich bin überwältigt», fand Hoeneß die Stimme danach wieder und dankte auch den Mitgliedern innig.

Wahlen standen für Hoeneß & Co. nicht an. Der Präsident, der 2009 mit 99,3 Prozent der Stimmen inthronisiert worden war, wurde vor einem Jahr mit 97,1 Prozent bis 2015 wiedergewählt worden.

Im Laufe des Abends durften die Mitglieder, viele in Bayern-Trikots, auf den Videoleinwänden noch einmal die Bilder einer atemberaubenden Saison bestaunen. Vereinzelte Pfiffe gab es nur, als Dortmunds Trainer Jürgen Klopp gezeigt wurde. Hoeneß lehnte sich bequem in seinem Stuhl zurück und verfolgte gerührt den Einspieler der großen Bayern-Show. «Hey, hey, Super-Bayern, Super-Bayern» schallte es danach aus dem Fan-Rund durch die Halle.

Großen Beifall gab es aber nicht nur für die Vorjahreserfolge und für Hoeneß oder die Erinnerung an Erfolgscoach Jupp Heynckes. Auch der neue Trainer Pep Guardiola wurde mit viel Applaus begrüßt. Ein paar Minütchen nach Versammlungsbeginn nahm der spanische Starcoach in der ersten Reihe Platz. Mit Blick auf die Club-WM im Dezember gab Rummenigge dem Nachfolger von Jupp Heynckes «einen Auftrag» mit auf den Weg - den Titelgewinn. «Ich hoffe, Du erfüllst ihn.»

Über die Topzahlen schwärmte Finanzvorstand Jan-Christian Dreesen. «Damit gehört unser Club zu den Großen des Weltfußballs», betonte der Nachfolger von Karl Hopfner. Deutlich gestiegen sind auch die Personalkosten: Nach 165,6 Millionen Euro vor einem Jahr erreichte dieser Posten 202,8 Millionen Euro für das Geschäftsjahr 2012/13.