München (SID) - Joachim Löw hat sieben Monate vor dem Start der Fußball-WM in Brasilien vor zu übertriebenen Erwartungen an die deutsche Nationalmannschaft gewarnt. "Die Leute, die sagen, dass nur Deutschland den Titel gewinnen kann, sind Märchenerzähler", sagte er zwei Tage vor dem Länderspiel der DFB-Auswahl gegen den viermaligen Weltmeister Italien am Freitag in Mailand (20.45 Uhr/ZDF). In München machte der Bundestrainer noch einmal deutlich, dass auch andere Nationen wie eben Italien, Titelverteidiger Spanien, Gastgeber Brasilien, England und auch einige andere um den Titel mitspielen werden.

"Um einen Titel zu gewinnen, muss ganz viel passen - gerade in Brasilien. Man muss auf einem unglaublich, einem wahnsinnig hohen Niveau spielen", sagte der 53-Jährige, der am Freitag sein 100. Länderspiel als Bundestrainer bestreitet. Dass auch er am Ende an Titel gemessen wird, ist Löw wohl durchaus bewusst. "Es ist logisch, dass ein Titel für einen Trainer wahnsinnig viel bedeutet. Das ist aber nicht selbstverständlich. Wir streben einen Titel an und arbeiten daran", sagte er.

Bislang blieb ihm bei seinen drei Turnierteilnahmen als Chefcoach ein Titel verwehrt. Entsprechend ordnete er das 0:1 im EM-Finale 2008 gegen Spanien auch als die bitterste Niederlage in seiner bisherigen Karriere als Bundestrainer ein. Dagegen erinnert sich Löw gerne an das WM-Viertelfinale 2010, als man Argentinien mit Superstar Messi mit 4:0 demütigte: "Da haben wir fast alles richtig gemacht. Aber insgesamt hat die Mannschaft viele, viele gute Spiele gemacht. Man sieht die einzelnen Etappen der Entwicklung, was mich wahnsinnig zufrieden macht."