Johannesburg (SID) - Der Leichtathletik-Weltverband IAAF fordert ein konsequentes Anwenden der neu angestrebten Vierjahressperre für Dopingsünder. "Wenn es klare Beweise für Betrug gibt, müssen vier Jahre Sperre auch wirklich vier Jahre Sperre sein", sagte IAAF-Vorstandsmitglied Abby Hoffman auf der 4. Welt-Anti-Doping-Konferenz in Johannesburg: "Wir glauben, dass es zu viele Möglichkeiten gibt, der Strafe zu entgehen."

Die IAAF zeigte sich vor allem über eine Vorschrift besorgt, nach der die Sperre auf zwei Jahre verkürzt werden kann, wenn der Sportler den Betrugsversuch bestreitet. "Wir glauben, dass in 95 Prozent der Fälle die Schuld auf den Trainer, den Arzt oder eine andere dritte Partei abgeschoben wird", sagte Hoffman.

Die Vierjahressperre ist Teil des neuen WADA-Codes, der am Freitag von den mehr als 1000 Delegierten in Johannesburg verabschiedet werden soll. In Deutschland ist die Sperre nicht nur unter Sportrechtlern, sondern auch bei der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA) wegen des Eingriffs in Grundrechte der Athleten umstritten. IOC-Präsident Thomas Bach hatte sich am Mittwoch dagegen für die Strafe stark gemacht.