Frankfurt/Main (SID) - Die Spitze des hessischen Landessportbundes (lsbh) hat sich gegen eine Bewerbung der Rhein-Main-Region um die Ausrichtung der Olympischen Spiele 2024 ausgesprochen. "Ich kann der Stadt Frankfurt und der Region nicht empfehlen, sich erneut um die Ausrichtung der Olympischen Spiele zu bewerben", sagte lsbh-Präsident Rolf Müller. Laut Müller habe der hessische Sport die Frankfurter Bemühungen um die Ausrichtung der Spiele 2012 seinerzeit zwar mit "Überzeugung, Engagement und Herzblut" unterstützt, zurzeit sehe er aber "keinen Weg für eine Erfolg versprechende Initiative."

Wie bei der abgelehnten Bewerbung Münchens um die Winterspiele 2022 glaubt Müller auch in Frankfurt nicht an den Rückhalt aus der Bevölkerung. "Die Rahmenbedingungen für eine Bewerbung haben sich gegenüber 2001 entscheidend geändert. Damals war in Frankfurt und der Region ein großer Rückhalt aus der Bevölkerung und eine deutlich wahrnehmbare Begeisterung für die Idee zu spüren. Mit Blick auf München mache ich mir derzeit aber wenig Hoffnung", äußerte der lsbh-Chef.

Als weiteren Grund gegen eine Frankfurter Bewerbung nannte Müller das "heutzutage nur schwer kalkulierbare finanzielle Risiko Olympischer Spiele". Ein finanzieller Abschluss wie in London hätte laut Müller "desaströse Folgen" für die Rhein-Main-Region. Die Gesamtkosten beliefen sich in London auf 14 Milliarden Euro, nachdem mit 11,25 Milliarden kalkuliert worden war.

Als Folge des Münchner Scheiterns hatten sich zuletzt auch die Verantwortlichen der möglichen Olympia-Bewerberstädte Berlin und Hamburg zurückhaltend gezeigt. Nur aus Sachsen kamen forschere Töne mit Bezug auf die Winterspiele 2026.