Johannesburg (SID) - Armstrong-Jäger Travis Tygart, Chef der amerikanischen Anti-Doping-Agentur USADA, hat mit eindringlichen Worten zum gemeinsamen Kampf gegen Dopingbetrüger aufgefordert und eine bessere finanzielle Ausstattung angemahnt. "Wenn die Kameras und Mikrofone an sind, drücken wir alle unsere Unterstützung für das Prinzip des Fair Play aus", sagte Tygart bei der 4. Welt-Anti-Doping-Konferenz in Johannesburg: "Aber der saubere Athelt will wissen, was passiert, wenn diese Konferenz vorbei ist? Sind wir dann immer noch in seinem Team?"

2012 hatte Tygart durch seine Ermittlungen den siebenfachen Tour-de-France-Sieger Lance Armstrong des Dopings überführt. Mittlerweile wurde Armstrong lebenslang gesperrt und es drohen ihm millionenschwere Schadensersatzforderungen.

"Der WADA-Code ist das beste Regelbuch, was es derzeit gibt. Aber die Chancen sind nur so hoch, wie die Entschlossenheit und der Mut jedes Einzelnen hier im Raum", sagte Tygart: "Die finanzelle Ausstattung ist grundlegend für unseren Erfolg." Vom weltweit erzielten Umsatz im Sport, so Tygart, würden weniger als ein halbes Prozent in den Anti-Doping-Kampf gesteckt: "Es ist Zeit, den Worten auch Taten folgen zu lassen."

Der Kampf um Chancengleichheit im Sport sei kein Spiel, so Tygart. Wenn man im Sport Ungerechtigkeit zuließe, toleriere man Ungerechtigkeit in jedem Teil der Gesellschaft. Dennoch zeigte sich Tygart zuversichtlich. Ohne Armstrong direkt zu nennen, erklärte er: "Athleten und Ärzte wurde gefasst. Selbst die vorsichtigsten mit den größten Ressourcen. Dies war eine nachhaltige Nachricht an alle Athleten, dass sich Doping nicht auszahlt."