Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat am Donnerstag nach Aussagen der künftigen US-Notenbankchefin Janet Yellen auf einem Rekordstand geschlossen.

Nachdem Yellen den Erwartungen auf eine weiter lockere amerikanische Geldpolitik neue Nahrung gegeben hatte, ging der deutsche Leitindex 1,05 Prozent höher bei 9149,66 Punkten aus dem Handel. Der MDax legte ebenfalls um 1,05 Prozent auf 16 084,26 Punkte zu und der TecDax gewann 1,92 Prozent auf 1145,91 Punkte.

Die lockere Geldpolitik der USA soll auch unter der designierten Fed-Chefin erst einmal beibehalten werden. Die US-Wirtschaft müsse sich noch weiter erholen und die Konjunktur robuster werden, sagte Yellen bei einer Anhörung vor dem Bankenausschuss des Senats in Washington. Dies entsprach weitgehend Aussagen aus dem bereits vorab veröffentlichten Redemanuskript.

Unternehmen lieferten derweil mit einer Flut von Quartalsberichten Grund für Frust und Freude. Die RWE-Titel büßten am Dax-Ende 5,10 Prozent ein, nachdem der Energiekonzern sowohl mit den Zahlen für die ersten neun Monate dieses Jahres als auch mit den Zielen für 2014 enttäuscht hatte. Die Aktien des Konkurrenten Eon büßten 1,71 Prozent ein, am Vortag hatten sie noch von weniger schlimm als befürchtet ausgefallenen Resultaten profitiert.

Für K+S standen nach einem zwischenzeitlichen Kurssprung am Ende Verluste von 4,14 Prozent zu Buche. Das Sparprogramm des Düngemittel- und Salzproduzenten reiche nicht aus, um die strukturellen Probleme in den Griff zu bekommen, hieß es am Markt. Seit der Ankündigung des Konkurrenten Uralkali Ende Juli, das Exportkonsortium BPC aufzukündigen, seine Produktion zu maximieren und die Kalipreise zu senken, steht der Konzern unter Druck. Dagegen sorgten Erfolge beim Konzernumbau, die Nachfrage aus den Schwellenländern und höhere Jahresziele beim Pharma- und Chemieunternehmens Merck KGaA für Kursgewinne von 1,72 Prozent.

Im MDax schlossen die Aktien von EADS nach einer Berg- und Talfahrt 1,60 Prozent höher. Die Flugzeugtochter Airbus hatte dem Luft- und Raumfahrtkonzern einen überraschend kräftigen Gewinnsprung beschert. Dagegen verloren die Salzgitter-Titel nach erneut roten Quartalszahlen des Stahlkochers am Indexende 1,46 Prozent. Die Papiere des Versicherers Talanx gaben nach einem enttäuschenden Überschuss 0,87 Prozent ab.

Bei den Technologietiteln schafften United Internet ein Plus von 3,76 Prozent. Der Internetdienstleister hatte sein starkes Wachstum im dritten Quartal auch in ein hohes Gewinnplus umgemünzt. Nordex glänzte dank optimistischerer Erwartungen für den Auftragseingang mit Kursgewinnen von 3,30 Prozent. Zudem hatte der Windkraftanlagenbauer nach langer Durststrecke und einem harten Umbau in den ersten neun Monaten des Jahres die Trendwende geschafft.

Der EuroStoxx 50 schloss 1,08 Prozent fester bei 3053,69 Punkten. Die nationalen Indizes in Paris und London legten ebenfalls zu. In New York notierte der Leitindex Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss moderat höher.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,43 Prozent am Vortag auf 1,39 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,23 Prozent auf 133,97 Punkte. Der Bund-Future stieg um 0,26 Prozent auf 141,71 Punkte. Der Euro notierte bei 1,3469. Zuvor hatte die EZB den Referenzkurs auf 1,3436 (Mittwoch: 1,3415) Dollar festgesetzt und der Dollar damit 0,7443 (0,7454) Euro gekostet.