Der Volkswagen-Konzern ruft weltweit mehr als 2,6 Millionen Autos in die Werkstätten. Bei den fünf absatzstärksten Marken des Konzerns gibt es weltweit Qualitätsprobleme. Darunter sind VW-Pkws und Fahrzeuge von Audi.

Allein 800.000 Exemplare des VW Tiguan sollen wegen Reparaturen am Licht überholt werden. Dazu bietet das Unternehmen einen Ölwechsel für alle Fahrzeuge mit 7-Gang-Doppelkupplungsgetrieben (DSG) an, die mit synthetischem Öl laufen. Ein Sprecher sagte, es gehe dabei um insgesamt 1,6 Millionen Autos, auch bei den Töchtern Seat und Skoda. Betroffen sind nach Angaben des Unternehmens Fahrer auch in Deutschland.   

Die Ursachen dürften nur zu einem Teil direkt bei Volkswagen liegen. Die Probleme mit den Tiguan-Sicherungen sowie den Benzinleitungen beim Amarok seien auf Fehler bei Zulieferern zurückzuführen, hieß es aus Konzernkreisen. Bei den DSG-Systemen handelt es sich dagegen um eine Eigenentwicklung VWs. Schwierigkeiten machen die Getriebe vor allem in den Metropolen Asiens, da sie die Mischung aus schwülem Klima und vielen Staus nicht gut vertragen. Bislang hatte Volkswagen dafür im dreistelligen Millionenbereich Rücklagen gebildet.

Volkswagen könnte der Rückruf 260 Millionen Euro kosten

Volkswagens Gewinnprognose sieht der Analyst Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler dadurch nicht in Gefahr, wie er der Nachrichtenagentur dpa sagte. Zwar schätzt Pieper die Kosten für VW auf etwa 50 bis 100 Euro je Auto, insgesamt bis zu 260 Millionen Euro. Allerdings habe der Konzern genügend finanzielle Rücklagen, um den Sonderaufwand zu stemmen.  

Ob es sich um den größten Rückruf in der VW-Geschichte handele, wollte ein Konzernsprecher auf Nachfrage nicht bestätigen.