München (SID) - Bayern München hat seinen ehemaligen Präsidenten Kurt Landauer posthum zum Ehrenpräsidenten ernannt. "Das ist eine Ehrung, die längst überfällig war", betonte Präsident Uli Hoeneß bei der Jahreshauptversammlung am Mittwoch in München. Die Urkunde wurde entgegengenommen von Uri Siegel, einem Neffen des 1961 verstorbenen Landauer, sowie Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde von München und Oberbayern.

Landauer, geboren 1884 als Sohn jüdischer Kaufleute, war insgesamt vier Mal Präsident des FC Bayern, unter anderem beim ersten deutschen Meistertitel 1932. Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten galt der Verein als "Juden-Club", Landauer musste abtreten und emigrierte nach einer 33-tägigen Inhaftierung im KZ Dachau 1939 in die Schweiz. Seine Geschwister Dr. Paul Gabriel, Franz und Leo wurden von den Nazis ermordet. Schwester Gabriele wurde deportiert und gilt seither als verschollen.

Im Juni 1947 kehrte Landauer nach München zurück. "Für meinen Onkel gab es nur den FC Bayern", sagte Uri Siegel in Erinnerung an Landauer, der 1947 ein viertes Mal zum Präsidenten gewählt wurde. 1951 endete seine letzte Amtszeit. Landauer ist der dritte Ehrenpräsident des FC Bayern neben Franz Beckenbauer und Wilhelm Neudecker.