Berlin (dpa) - Die Erleichterung bei den Fußball-Schwergewichten Uruguay und Mexiko war riesengroß. Nach den deutlichen Siegen in den Playoff-Hinspielen ist die Qualifikation für die WM-Endrunde in Brasilien nur noch Formsache.

"Die beste Sonne könnte nicht schöner und intensiver scheinen. Die Celeste kehrt an den Ort zurück, der sie so berühmt gemacht hat", schrieb Uruguays Tageszeitung "El Pais" nach dem 5:0 (2:0) des zweimaligen Weltmeisters in Jordanien und erinnerte an den historischen Triumph bei der WM-Endrunde 1950 in Brasilien.

Auch für Mexiko dürfte nach einer denkbar schlechten Qualifikationsphase mit drei Trainerwechseln der Umweg über die Ausscheidungsspiele doch noch ins Land des Rekord-Weltmeisters führen. "Mexiko hat das Ticket für Brasilien in der Tasche", titelte die Zeitung "La Jornado" angesichts des deutlichen 5:1 (2:0) gegen Neuseeland im 2240 Meter hoch gelegenen Aztekenstadion.

Damit dürften zwei feste Größen der Fußball-Geschichte auch in Brasilien vertreten sein. Für Uruguay, Weltmeister von 1930 und 1950, wäre es die zwölfte Endrunden-Teilnahme. Trainer Oscar Tabarez ist aber noch vorsichtig. "Dieses Ergebnis gibt uns eine sehr gute Position für den zweiten Vergleich", sagte der Coach und kündigte an, trotz des klaren Vorsprungs im Rückspiel in Montevideo die gleiche Mannschaft aufbieten zu wollen. Für die zweite Partie sind seinen Angaben zufolge bereits 60 000 Tickets verkauft worden.

Maxi Pereira (22. Minute), Cristian Stuani (42.), Nicolas Lodeiro (70.), Cristian Rodriguez (78.) und Edinson Cavani (90.+2) hatten in Amman die Tore für die "Urus" erzielt. Damit muss Jordanien, das von seinen Fans zwar für jeden gelungenen Spielzug frenetisch gefeiert worden war, wohl weiter auf seine erste WM-Teilnahme warten.

Der mexikanische Sieg vor rund 90 000 Zuschauern im Estadio Azteca war für das fußballverrückte Land eine Frage der Ehre. Letztmals hatten die Mexikaner 1990 bei einer WM-Endrunde gefehlt, allerdings nur wegen einer FIFA-Sperre. Das letzte Scheitern in der WM-Qualifikation liegt schon 32 Jahre zurück. Daran wird sich laut Nationaltrainer Miguel Herrera, der die Mannschaft erst Mitte Oktober nach einer enttäuschenden Qualifikationsrunde übernommen hatte, nichts ändern: "Mexiko wird bei der Weltmeisterschaft dabei sein."

Herrera darf sich wohl bald auf eine Beförderung freuen, zunächst war sein Vertrag nur für zwei Spiele angelegt gewesen. "Nach den Spielen wird der Verband eine Entscheidung treffen. Wir hoffen, es ist die richtige", sagte Herrera.

Mit schnellem und körperbetonten Spiel hatte seine Mannschaft die "All Whites" immer wieder in arge Bedrängnis gebracht. In der 31. Minute nutzte Paul Aguilar schließlich eine unübersichtliche Situation im neuseeländischen Strafraum zum 1:0. Die weiteren Treffer für die "Tri" erzielten Raúl Jiménez (39.), Oribe Peralta (47./80.) und Rafael Marquez (83.). Für die Neuseeländer war nur Chris James (85.) erfolgreich.

"Irgendwann wird das Spiel als Massaker im Aztekenstadion in Erinnerung bleiben", schrieb die Zeitung "New Zealand Herald". Am 20. November findet das Rückspiel in Wellington statt.