Johannesburg (SID) - Nach den jüngsten spektakulären Dopingfällen hat sich Jamaika zu konkreten Änderungen im Anti-Doping-Kampf verpflichtet. Dies teilte die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) nach Gesprächen zwischen WADA-Generaldirekor David Howman und der jamaikanischen Sportministerin Natalie Neita Headley mit. "Die WADA ist zufrieden, dass die Ministerin unsere Vorschläge akzeptiert hat und erwartet nun die Umsetzung in den kommenden Wochen", hieß es in einer offiziellen Stellungnahme. Derzeit läuft in Johannesburg die 4. Welt-Anti-Doping-Konferenz.

Nach Angaben der WADA verpflichtete sich der Karibikstaat, die eigene Anti-Doping-Gesetzgebung sowie die Führungs- und Managementstruktur der nationalen Anti-Doping-Agentur (JADCO) zu überprüfen. Darüber hinaus wird die Regierung der JADCO dafür eine zusätzliche Finanzspritze von umgerechnet rund 58.000 Euro zur Verfügung zu stellen. Zudem soll die JADCO mit anderen Anti-Doping-Agenturen zusammenarbeiten, im Gespräch ist dabei offenbar auch ein Engagement der US-Organisation USADA mit Armstrong-Jäger Travis Tygart.

"Die Regierung Jamaikas habe ein klares Bekenntnis dazu gegeben, jegliche Defizite zu beheben und das Anti-Doping-Programm zu verbessern", teilte die WADA weiter mit: "Die WADA wird die Zusammenarbeit mit der JADCO im Interesse eines dopingfreien Sports fortsetzen."

In den fünf Monaten vor Olympia 2012 in London soll die JADCO nur eine Kontrolle außerhalb der Wettkämpfe durchgeführt haben. In diesem Jahr waren mehrere Athleten bei Jamaikas Meisterschaften überführt worden, darunter der ehemalige 100-m-Weltrekordler Asafa Powell sowie die Weltklassesprinterinnen Sherone Simpson und Veronica Campbell-Brown.

Erst zu Beginn der Woche hatte John Fahey, scheidender Präsident der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), erklärt, Jamaika sei im Anti-Doping-Kampf "vom Weg abgekommen". Zudem hatte JADCO-Mitglied Paul Wright Befürchtungen geäußert, die zuletzt aufgetretenen spektakulären Dopingfälle, seien nur die "Spitze des Eisbergs".

Noch am Mittwoch hatte Mike Fennell, Präsident des jamaikanischen Olympischen Komitees (JOA), entsprechende Vorwürfe zurückgewiesen. "Eine Menge Äußerungen waren nicht nur unglücklich, sondern beruhten auch nicht auf Fakten", sagte Fennell dem Branchendienst www.insidethegames.biz.