Das Fürstentum Liechtenstein erklärt sich bereit, über den automatischen Austausch von Steuerinformationen zu verhandeln. Damit schafft die frühere Steueroase endgültig sein Bankgeheimnis ab. Dies kündigte Regierungschef Adrian Hasler in einer Regierungserklärung an.


Liechtenstein sei überzeugt, dass der automatische Informationsaustausch in Steuerangelegenheiten der internationale Standard der Zukunft sein werde. Das Fürstentum werde speziell auf die G5-Länder Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien zugehen. Im Rahmen des Informationsaustauschs melden die Banken den zuständigen Finanzämtern Vermögen und Einnahmen ausländischer Kunden, um eine mögliche Steuerflucht zu verhindern.

Liechtenstein sagt Steuerflucht den Kampf an

Hasler kündigte an, das Fürstentum werde am 21. November die Konvention der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und des Europarates über die gegenseitige Amtshilfe in Steuersachen unterschreiben. Darin sind die bestehenden OECD-Standards zum Informationsaustausch in Steuerfragen auf multilateraler Ebene etabliert.

Die Konvention wurde bereits von etwa 60 Staaten unterzeichnet, Mitte Oktober auch von der Schweiz. Die OECD ist im Kampf gegen Steuerhinterziehung dabei, einen Standard für einen globalen Informationsaustausch zu entwickeln.