Aufschwung verliert an Fahrt: BIP steigt im Sommer um 0,3 Prozent

Wiesbaden (dpa) - Die deutsche Wirtschaft hat nach dem starken Frühjahr wie erwartet einen Gang zurückgeschaltet. Im dritten Quartal war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,3 Prozent höher als im Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Damit bleibt Deutschland auf Wachstumskurs. Im Frühjahr hatte die Wirtschaftsleistung allerdings mit plus 0,7 Prozent noch deutlich stärker zugelegt, nachdem sie zu Jahresbeginn stagniert hatte. "Die Erholung geht weiter, sie bleibt aber moderat - mehr kann man angesichts der weiter fragilen Lage in Europa wohl auch nicht erwarten", sagte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner.

Verluste mit Kraftwerken: RWE streicht jede zehnte Stelle

Essen (dpa) - Der Energieriese RWE startet angesichts stark schrumpfender Gewinne ein neues Sparprogramm und will jede zehnte Stelle streichen. Konzernweit sollen bis 2016 weitere 6750 Stellen wegfallen, verlagert oder durch Verkauf abgegeben werden, davon allein 4750 in Deutschland, kündigte RWE-Personalchef Uwe Tigges am Donnerstag anlässlich der Quartalsbilanz in einer Telefonkonferenz an. Verhandlungen müsse es auch über die Höhe der Gehälter sowohl der Mitarbeiter als auch der Führungskräfte geben. Die Gewerkschaften Verdi und IG BCE reagierten mit scharfer Kritik.

Designierte Fed-Chefin signalisiert lockeren Kurs der Geldpolitik

Washington/Frankfurt (dpa) - Die designierte neue Chefin der US-Notenbank Fed, Janet Yellen, hat starke Signale für eine anhaltend lockere Geldpolitik in den Vereinigten Staaten gesendet. In einer kurzen Rede, die Yellen am Donnerstag während ihrer Anhörung vor dem Bankenausschuss des Senats halten wird, erkennt sie zwar die bessere Verfassung der amerikanischen Wirtschaft an. Allerdings sei noch viel zu tun, um während der Krise verloren gegangenen Boden gut zu machen. Beobachter wie Finanzinvestoren sahen sich in ihrer Einschätzung bestätigt, dass die derzeitige Fed-Vizechefin eine mindestens ebenso lockere Haltung vertreten dürfte wie der gegenwärtige Notenbankchef Ben Bernanke.

Volkswagen ruft Millionen Autos in die Werkstätten

Wolfsburg (dpa) - Mit dem womöglich größten Rückruf in der Unternehmensgeschichte holt Volkswagen auf einen Schlag mehr als 2,6 Millionen Autos in die Werkstätten. Weltweit gibt es Probleme bei den fünf absatzstärksten Marken des Konzerns, darunter VW-Pkw und Audi. Allein 800 000 Exemplare des VW Tiguan sollen wegen Reparaturen am Licht in die Werkstätten, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte. Dazu bietet das Unternehmen einen Ölwechsel für alle Fahrzeuge mit 7-Gang-Doppelkupplungsgetrieben (DSG) an, die mit synthetischem Öl laufen. Ein Sprecher sagte, es gehe dabei um insgesamt 1,6 Millionen Autos, auch bei den Töchtern Seat und Skoda. Außerdem ruft die VW-Nutzfahrzeugtochter 239 000 Amarok-Modelle wegen möglicher Lecks an Kraftstoffleitungen zurück.

Dijsselbloem erwartet Ende des spanischen Hilfsprogramms

Brüssel (dpa) - Spanien kann nach Einschätzung von Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem sein Hilfsprogramm zur Sanierung maroder Banken bald verlassen. "Es sieht sehr gut aus, ich bin sehr zuversichtlich", sagte der Niederländer am Donnerstag in Brüssel vor Beratungen mit den Euro-Kassenhütern. Madrid hatte von den Europartnern für seine Krisenbanken gut 40 Milliarden Euro Hilfskredite erhalten. Neue Hilfen sind nicht geplant. Laut Diplomaten ist keine förmliche Entscheidung der Kassenhüter nötig, um das Hilfsprogramm für Spanien zu beenden. Die Eurogruppe wird auch über andere Krisenländer wie Irland und Griechenland beraten.

Finanzchefin: Kostenschätzung für Flughafen derzeit nicht möglich

Potsdam (dpa) - Eine Kostenschätzung für den künftigen Hauptstadtflughafen ist nach Aussage von Finanzchefin Heike Fölster derzeit nicht möglich. "Ich kann heute nicht sagen, was wir an Gesamtkosten haben werden", sagte Fölster am Donnerstag im Haushaltsausschuss des Landtags in Potsdam. Die bisher offiziell genannten Kosten belaufen sich auf 4,3 Milliarden Euro. Dies galt allerdings für den Fall der erneut verschobenen Eröffnung Ende Oktober. Die "Bild-Zeitung" hatte unter Berufung auf Experten berichtet, dass der Flughafen noch einmal 1,1 Milliarden Euro teurer werden könnte.

"Monsterbacke"-Werbung: Ehrmann droht juristische Niederlage

Luxemburg/Brüssel (dpa) - Im Streit um die Werbung für den Fruchtquark "Monsterbacke" droht der Firma Ehrmann eine juristische Schlappe. Der Spruch auf der Packung "So wichtig wie das tägliche Glas Milch!" müsste ergänzt werden durch weitere Hinweise zum behaupteten Vorteil - schließlich gälte Milch als gesund. Das schreibt ein Gutachter am Europäischen Gerichtshof in Luxemburg in einer am Donnerstag veröffentlichten Stellungnahme (Rechtssache C-609/12). Die Richter halten sich in den meisten Fällen an die Empfehlung ihres Gutachters. Ein Urteil wird in einigen Monaten erwartet.

Dax im Aufwind - K+S, Merck und RWE mit Zahlen im Blick

Frankfurt/Main (dpa) - Die Hoffnung auf weiterhin billiges Geld in den USA hat am Donnerstag den deutschen Aktienmarkt beflügelt. Zugleich lieferten Unternehmen mit ihren Quartalsberichten Grund für Frust und Freude. Bis zum Nachmittag gewann der Dax 0,77 Prozent auf 9124 Punkte. Der MDax legte um 0,93 Prozent auf 16 065 Punkte zu. Der TecDax stieg um 1,67 Prozent auf 1143 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 rückte zugleich um 0,59 Prozent auf 3039 Punkte vor. Der Kurs des Euro stieg. Die EZB setzte den Referenzkurs auf 1,3436 (Mittwoch: 1,3415) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7443 (0,7454) Euro.