Johannesburg (SID) - Weniger als drei Monate vor Beginn der Olympischen Winterspiele in Sotschi droht Gastgeber Russland ein Rückschlag im Anti-Doping-Kampf. Wie John Fahey, scheidender Präsident der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) am Donnerstag mitteilte, habe seine Organisation ein Problem im russischen Doping-Testlabor in Moskau festgestellt. Sollte das Labor seine Zulassung verlieren, könnten während der Spiele dort keine Blut- und Urinanalysen durchgeführt werden.

"Es gibt derzeit eine Angelegenheit, die untersucht wird", sagte Fahey bei der 4. Welt-Anti-Doping-Konferenz in Johannesburg. Weitere Details wolle er erst nennen, "wenn der Vorgang ordnungsgemäß abgeschlossen" sei. Am Donnerstag hatten die Delegierten die Standards der weltweit 35 Testlabore diskutiert.

Erst am Dienstag hatte die WADA erklärt, dass das Labor in Rio de Janeiro die im August entzogene Akkreditierung "so gut wie sicher" nicht rechtzeitig vor Beginn der Fußball-WM 2014 zurückbekomme. Der Fußball-Weltverband FIFA erklärte daraufhin, dass die während der WM genommenen Proben nach Lausanne geflogen und dort analysiert würden. Nach Angaben der FIFA solle das Gastgeberland an den dadurch entstehenden höheren Kosten beteiligt werden.

Bei der Konferenz in Johannesburg soll am Freitag der neue WADA-Code verabschiedet werden. Hauptänderung ist die geplante Verlängerung der Sperre für Dopingsünder auf vier Jahre. Zudem wird ein neuer WADA-Präsident gewählt. Einziger Kandidat ist der Schotte Craig Reedie.