Hannover (dpa) - Ex-Bundespräsident Christian Wulff hat alle gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen. Er sei zu keiner Zeit korrupt gewesen, betonte er in einer langen Erklärung vor Gericht in Hannover. Vielmehr habe er stets auf eine strikte Trennung zwischen Berufs- und Privatleben geachtet.

Wulff räumte ein, er habe zwar 2008 bei Siemens-Chef Peter Löscher für das Filmprojekt "John Rabe" geworben, das sein Freund David Groenewold finanziert habe. Das habe er aber getan, weil ihm das Thema und der heldenhafte Einsatz von Rabe in der Nazizeit beeindruckt hätten. Groenewold habe von seinem Verhalten keinen Vorteil gehabt.

Der Brief an Siemens sei nicht von ihm persönlich erstellt worden. "Ich habe Tausende solcher Briefe in meiner Zeit als Ministerpräsident verschickt." Wulff unterstrich die enge persönliche Bindung an den Filmproduzenten. "David Groenewold ist mein Freund", betonte er.

Der 54-Jährige muss sich als erster Bundespräsident wegen Vorteilsannahme im Amt verantworten, weil Groenewold 2008 einen Besuch beim Oktoberfest teilweise für ihn bezahlt hatte - dabei geht es um einen Betrag von etwas mehr als 700 Euro.

Richter Frank Rosenow beendete den ersten Verhandlungstag nach fast drei Stunden. Am nächsten Donnerstag wird das Verfahren mit der Vernehmung der ersten vier Zeugen fortgesetzt.

Prozesstermine

Landgericht Hannover Verfahrenseröffnung

Staatsanwaltschaft zum Verfahren

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Pressemitteilung Wulff-Anwälte 12.4.2013

Pressemitteilung Wulff-Anwälte 9.4.2013

Presseanfragen an Wulff-Anwälte 18.1.2012