Johannesburg (SID) - IOC-Präsident Thomas Bach hält die neu angestrebte Vierjahressperre für Dopingsünder für durchsetzbar und sieht große Erfolgschancen bei drohenden Gerichtsverfahren. "Leider lassen sich juristische Prozesse nicht ausschließen. Aber die Regeländerung ist sehr sorgfältig vorbereitet worden. Gerade auch mit Experten auf dem Gebiet der Menschenrechte", sagte der 59-Jährige im Interview mit dem ZDF: "Daher bin ich zuversichtlich, dass diese neue Regel einer rechtlichen Überprüfung standhält."

Die Vierjahressperre ist Teil des neuen Codes der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), der am Freitag von den mehr als 1000 Delegierten auf der 4. Welt-Anti-Doping-Konferenz in Johannesburg verabschiedet werden soll. In Deutschland ist die Sperre nicht nur unter Sportrechtlern, sondern auch bei der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA) und beim Bundesinnenministerium (BMI) wegen des Eingriffs in Grundrechte der Athleten umstritten.

"Wir verstehen und unterstützen das Bestreben der WADA, schwerere Strafen auszusprechen. Aber wir müssen bei den Sanktionen auch berücksichtigen, dass viele Sportler kurze Karrieren haben", sagte Gerhard Böhm, Leiter der Sportabteilung des BMI, in Johannesburg: "Wir befürchten, dass Gerichte die Strafe als unverhältnismäßig ansehen." Die ehemalige Sprint-Weltmeisterin Katrin Krabbe hatte 2001 nach einem jahrelangen Prozessmarathon Schadensersatz in Millionenhöhe erstritten, weil ihre Sperre von damals drei Jahren das Grundrecht auf Berufsfreiheit eingeschränkt haben soll.