Darmstadt (SID) - Nach einem äußerst turbulenten Jahr mit dem gerade noch geglückten Verbleib der Sportart im olympischen Programm setzt der Deutsche Ringer-Bund (DRB) auf Kontinuität an seiner Spitze. Manfred Werner ist beim deutschen Ringertag am Samstag in Darmstadt erneut zum Präsidenten des Verbands gewählt worden. Der 67-Jährige aus dem fränkischen Veitshöchheim geht in seine dritte Amtszeit und wird dem DRB für weitere vier Jahre vorstehen. Der ehemalige Kampfrichter wurde einstimmig von den Delegierten in seinem Amt bestätigt, es gab keinen Gegenkandidaten.

Der DRB-Chef rief nach dem erfolgreichen Kampf für den Olympia-Verbleib, der bei der Vollversammlung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) Anfang September in Buenos Aires vorerst bis 2024 gesichert wurde, seinen Verband auch zukünftig zur Geschlossenheit auf. "Die letzten Monate waren heiß, sie waren verrückt", äußerte Werner: "Wir waren in dieser Zeit eine echte Ringerfamilie. Diesen Zusammenhalt müssen wir in die Zukunft retten. Wir dürfen nie wieder den Fehler machen, in Selbstzufriedenheit zu verfallen."

Mit Blick auf die Finanzen musste der DRB im vergangenen Jahr (Stichtag 31. Dezember 2012) einen Verlust von 88.000 Euro hinnehmen. Das Eigenkapital des Verbands beläuft sich auf 212.000 Euro. Allerdings befindet sich der DRB nach wie vor in einer juristischen Auseinandersetzung mit dem Fiskus, der Steuernachzahlungen fordert. Das Urteil des Bundesfinanzhofes München steht noch aus. Für das laufende Jahr erwartet der Verband eine ausgeglichene Bilanz.

Zum Auftakt des Ringertages formulierte die Spitze des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) ihre Anforderungen an den DRB mit Blick auf die kommenden Olympischen Spiele im Jahr 2016 in Rio de Janeiro. "Niemand verlangt Wunder von den Ringern. Ein, zwei Medaillen und drei, vier Finalplätze sind anspruchsvoll, aber sie sind erreichbar", sagte DOSB-Generaldirektor Michael Vesper.

Bei den Spielen im vergangenen Jahr in London waren die deutschen Ringer ohne Podestplatz geblieben. Bei der WM im September holte lediglich Frank Stäbler eine Medaille (Bronze) für den DRB, der unter Federführung Werners zu Jahresbeginn die sportliche Leitung fast komplett ausgewechselt hatte.