Merkel verteidigt Wirtschaftsmodell mit Handelsüberschüssen

Berlin (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat das deutsche Wirtschaftsmodell mit hohen Handelsüberschüssen gegen Kritik der EU und von internationalen Partnern verteidigt. Es mache keinen Sinn, künstlich die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu schmälern, sagte Merkel am Donnerstag in Berlin vor Managern. Es wäre absurd, die Produktion zu drosseln und Abstriche an der Qualität der deutschen Produkte zu machen: "Das kann nicht der Sinn sein eines erfolgreichen Europas." Deutschland steht seit Jahren wegen hoher Überschüsse in der Leistungsbilanz als Folge der Exportstärke bei weniger starker Binnennachfrage in der Kritik.

Deckelung von Dispo-Zinsen vom Tisch - Union und SPD einig

Berlin (dpa) - Eine Deckelung der seit Jahren hohen Dispo-Zinsen von Bankkunden ist vom Tisch. Union und SPD verständigten sich in ihren Koalitionsverhandlungen stattdessen auf mehr Transparenz und Warnhinweise. Die Inanspruchnahme des Dispositionskredits solle nicht zu einer übermäßigen Belastung eines Bankkunden führen, heißt es in dem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Textentwurf der Arbeitsgruppe Finanzen für einen Koalitionsvertrag. "Daher sollen die Banken verpflichtet werden, beim Übertritt in den Dispositionskredit einen Warnhinweis zu geben." Bei dauerhafter und erheblicher Inanspruchnahme sollen sie dem Kunden eine Beratung über mögliche kostengünstigere Alternativen anbieten.

Telekom verkauft Internettochter Scout24

Bonn (dpa) - Die Deutsche Telekom hat ihre Internettochter Scout24 mehrheitlich an den US-Finanzinvestor Hellman & Friedman verkauft. Die Transaktion über die Abgabe von 70 Prozent an dem Unternehmen belaufe sich auf ein Volumen 1,5 Milliarden Euro, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Bonn mit. Der Vollzug werde für das erste Quartal 2014 erwartet. Vor knapp 10 Jahren hatte die damalige Telekom-Tochter T-Online die Handelsplattform von der schweizerischen Beisheim Holding für 180 Millionen Euro übernommen. Mit mehr als 10 Millionen Besuchern monatlich gehört Sout24 zu den größten Marktplätze im Internet unter anderem für Autos, Immobilien, Finanzprodukte und Reisen.

Finanzmärkte reagieren verschnupft auf nahenden Fed-Kurswechsel

Frankfurt/Main (dpa) - Die internationalen Finanzmärkten haben verschnupft auf die Signale einer näher rückenden geldpolitischen Wende in den USA reagiert. Sowohl an den Aktienmärkten als auch im Handel mit Staatsanleihen gab es am Donnerstag deutliche Verluste. Der US-Dollar profitierte indes von der Aussicht auf eine etwas geringere Geldschwemme der US-Notenbank Fed. Der Goldpreis stand ebenso unter Druck wie Finanzkontrakte auf Rohöl. Hinweise auf eine mögliche Drosselung der milliardenschweren Anleihekäufe durch die US-Notenbank in den kommenden Monaten kamen am Vorabend aus den USA.

Draghi warnt vor nachlassendem Reformeifer in Euro-Zone

Berlin (dpa) - Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, hat angesichts verbesserter Konjunkturaussichten vor nachlassendem Reformeifer in der Euro-Zone gewarnt. "Die Rückkehr des Wirtschaftswachstums ist kein Signal dafür, dass die Reformanstrengungen hinter uns liegen", sagte Draghi am Donnerstag in Berlin. Die Eurozone komme zwar langsam voran auf dem Weg der Besserung. Das Wachstum bleibe aber schwach, uneinheitlich und fragil, die Risiken seien nach wie vor groß, sagte Draghi auf dem "Führungstreffen Wirtschaft 2013 der "Süddeutschen Zeitung"".

Athen sagt Ende der Rezession voraus Athen (dpa) - Griechenlands Wirtschaft wird nach einer Prognose der Regierung 2014 um 0,6 Prozent wachsen. Dies teilte der stellvertretende Finanzminister Christos Staikouras in Athen am Donnerstag mit. Positiv seien zudem die Zeichen für dieses Jahr, hieß es. Die griechische Wirtschaft werde um vier Prozent schrumpfen, zum Jahresanfang war noch ein Minus von 4,5 Prozent angenommen worden. Das Land werde zudem Ende des Jahres einen sogenannten primären Überschuss im Haushalt (ohne Zinszahlungen) von 812 Millionen Euro erzielen, teilte Staikouras mit.

"Manager Magazin": Bei Karstadt könnten neue Investoren einsteigen

Berlin/Essen (dpa) - Beim kriselnden Karstadt-Konzern mit seinen 83 Stammhäusern könnten nach einem Bericht des "Manager Magazins" neue Investoren die Mehrheit übernehmen. Das Unternehmen, das Nicolas Berggruen gehört, kommentierte dies am Donnerstag zunächst nicht. Dem Bericht zufolge sollen die österreichische Signa-Gruppe, der bereits die Mehrheit an Karstadt Premium und Sport gehört, und der israelische Milliardär Beny Steinmetz die Option haben, für einen Euro 75,1 Prozent des Karstadt-Stammgeschäfts zu übernehmen.

Dax dämmt Anfangsverluste deutlich ein

Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat am Donnerstag seine anfänglichen Verluste deutlich eingedämmt. Der deutsche Leitindex notierte zuletzt 0,16 Prozent tiefer bei 9187 Punkten. Der MDax gab um 0,57 Prozent auf 16 099 Punkte nach und der TecDax verlor 0,44 Prozent auf 1134 Punkte. Beim Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stand ein Minus von 0,14 Prozent auf 3043 Punkte zu Buche. Der Kurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,3472 (Dienstag: 1,3527) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7423 (0,7393) Euro.