Hannover (dpa) - Im Korruptionsprozess gegen Ex-Bundespräsident Christian Wulff haben am Donnerstag die ersten beiden Zeugen ausgesagt. Das frühere Staatsoberhaupt muss sich seit vergangener Woche wegen Vorteilsannahme vor dem Landgericht Hannover verantworten.

Hintergrund ist ein Besuch Wulffs beim Oktoberfest 2008, bei dem seine Hotelkosten im "Bayerischen Hof" in München teilweise von Filmfinanzier David Groenewold übernommen worden sein sollen. Wulff, damals Ministerpräsident in Niedersachsen, warb später für ein Projekt Groenewolds beim Elektrokonzern Siemens um Unterstützung, der Filmproduzent ist deswegen mitangeklagt.

Als erste Zeugen in dem Verfahren wurden Mitarbeiter des Hotels vernommen. Der Empfangschef des "Bayerischen Hofs" berichtete, es habe beim Aufenthalt der Wulffs während des Oktoberfestbesuchs 2008 ein kostenloses Zimmer-Upgrade gegeben. "Natürlich auch, weil es Herr Wulff war, das ist ja klar", sagte der 48-Jährige. Ein weiterer Zeuge, der Assistent der Geschäftsführung des Hotels, sagte, er selbst habe keinen direkten Kontakt zu Wulff gehabt.

Detailliert versuchte das Gericht zu klären, wer das Hotelzimmer der Wulffs wann zu welchem Preis buchte und was später tatsächlich abgerechnet wurde. Dies blieb jedoch auch nach den Aussagen der Hotelmitarbeiter insgesamt unklar.

Prozesstermine

Staatsanwaltschaft zum Verfahren

Pressemitteilung Wulff-Anwälte 27.8.2013

Pressemitteilung Wulff-Anwälte 12.4.2013

Pressemitteilung Wulff-Anwälte 9.4.2013

Presseanfragen an Wulff-Anwälte 18.1.2012