Die Zahl der Toten nach dem Einsturz des Dachs eines Einkaufszentrums in Lettlands Hauptstadt Riga ist auf 33 gestiegen. Unter den Opfern sind auch drei Feuerwehrmänner, teilten die Behörden des baltischen EU-Landes mit. Die Zahl der Vermissten sei unklar. Zunächst war von sechs Toten die Rede gewesen, darunter mehrere Feuerwehrleute. Etwa 40 Verletzte würden im Krankenhaus behandelt, wie viele Menschen sich noch unter den Trümmern befinden, sei unklar, sagte ein Sprecher der Feuerwehr.

Helfer suchten in den Ruinen weiter nach Überlebenden. Nach Angaben einer Sprecherin des Innenministeriums erreichten die Rettungskräfte am Morgen den am schwersten betroffenen Teil des Einkaufszentrums. Krankenhäuser in Riga riefen zu Blutspenden auf. 

Warum das Dach des erst zwei Jahre alten Gebäudes am Donnerstag einbrach, war weiterhin unklar. "Wir kennen die Gründe des Unglücks derzeit nicht. Es war eine tragische Nacht", sagte eine Sprecherin der Einsatzkräfte. Die Lage unter dem eingestürzten Dach bleibe "extrem gefährlich", sagte der Leiter der Rettungskräfte. Der Einsatz werde wohl den ganzen Freitag andauern.

Supermarkt in Riga wurde kürzlich renoviert

Lettlands Regierungschef Valdis Dombrovskis berief eine Krisensitzung ein. Die Polizei habe Ermittlungen aufgenommen, sagte Dombrovskis am Unglücksort. Rigas Bürgermeister Nils Ušakovs berief seinerseits eine Sitzung der Rettungsdienste ein. "Sobald die Bergungsarbeiten beendet sind, werden Experten mit den Nachforschungen zur Ursache beginnen", sagte Ušakovs.

Der stellvertretende Bürgermeister Andris Ameriks sagte, dem Einsturz könne eine Explosion vorausgegangen sein. Nähere Angaben machte er nicht. Medienberichten zufolge war das im Jahr 2011 errichtete Gebäude kürzlich renoviert worden. Es war auch für einen Architekturpreis nominiert. Die lettische Maxima-Kette, zu der der Supermarkt gehört, äußerte sich "schockiert" über das Unglück. Die Polizei ermittelt nun gegen die Betreiber des Marktes.