Berlin (dpa) - Der amtierende Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat davor gewarnt, bei der Lösung der Euro-Schuldenkrise die Geldpolitik zu überstrapazieren.

Die Europäische Zentralbank (EZB) sorge besser für Preisstabilität als ihre Vorgänger, sagte Schäuble in Berlin.

Es müsse aber darauf geachtet werden, dass mit der Geldpolitik nicht Anreize gegeben werden, Reformen in den Euro-Ländern zu unterlassen. Eine "optimale Ressourcenallokation" wenigstens als Ziel dürfe nicht aus dem Auge verloren werden, sagte Schäuble beim "Führungstreffen Wirtschaft der "Süddeutschen Zeitung"".

Die Euro-Länder sind nach Einschätzung Schäubles weiter auf dem Weg der Besserung. In den Krisenländern seien Fortschritte zu verzeichnen: "Der Euro ist stabil, die Finanzmärkte sind nicht mehr beunruhigt." Es gebe keine Ansteckungsgefahren mehr. Die Risikoaufschläge für Staatsanleihen seien deutlich zurückgegangen. "Die Euro-Zone ist aus der längsten Rezession ihrer Geschichte heraus." Das Wachstum sei gering, aber die Wirtschaft lege zu.

Mit Spanien und Irland beendeten die ersten beiden Länder die Hilfsprogramme, Portugal folge im kommenden Jahr. Griechenland habe bessere Wachstumszahlen erzielt als erwartet und sei bei der Reduzierung des staatlichen Defizits schneller vorangekommen. Dem sollte Respekt gezollt werden, betonte Schäuble in Anwesenheit des griechischen Regierungschefs Antonis Samaras.