Kairo (dpa) - Der in seiner alten Heimat Ägypten umstrittene deutsche Publizist Hamad Abdel Samad soll in Kairo entführt worden sein.

Das ägyptische Nachrichtenportal "youm7" meldete am Montag unter Berufung auf seinen Bruder Mahmud Abdel Samad, der Autor sei am Sonntag in der Nähe des Al-Azhar-Parks in Kairo verschwunden. Vorher soll Hamed Abdel Samad am Telefon berichtet haben, er fühle sich verfolgt. Der Autor hatte in seinen Veröffentlichungen die Ideologie des politischen Islams kritisiert und für eine moderne Interpretation der Religion geworben. Eines seiner Bücher trägt den Titel "Der Untergang der islamischen Welt".

Nach einem Vortrag in Kairo im vergangenen Juni hatten zwei bekannte ägyptische Salafisten-Prediger Abdel Samad für "vogelfrei" erklärt. Anschließend erhielt er Morddrohungen. Sein Bruder befürchtet deshalb jetzt, er könne von extremistischen Islamisten entführt worden sein.

Mahmud Abdel Samad sagte, sein Bruder sei in Ägypten in letzter Zeit von einem Leibwächter begleitet worden. Er habe in dem Park jedoch eine Verabredung gehabt, zu der er den Leibwächter nicht habe mitnehmen wollen.