In Honduras haben sich zwei Kandidaten zum Sieger der Präsidentschaftswahl erklärt: der rechtskonservative Juan Orlando Hernández und die gemäßigt linke Politikerin Xiomara Castro. Nach dem vorläufigem Ergebnis hieß es, Hernández habe die Wahl mit circa sechs Prozent Vorsprung gegen seine stärkste Konkurrentin gewonnen. Castro wollte jedoch die Niederlage nicht anerkennen und präsentierte sich als erste Präsidentin von Honduras in einer Pressekonferenz. 

Für die Wahl zum Staatsoberhaupt in dem mittelamerikanischem Land reicht eine einfache Mehrheit. 


Vor der Präsidentschaftswahl hatten Funktionäre mehrerer Parteien angekündigt, ein unerwünschtes Wahlergebnis nicht zu akzeptieren.

Nach Auszählung von 54 Prozent der Stimmen kam der bisherige Parlamentspräsident Hernández von der regierenden Nationalen Partei (PN) nach Angaben der von den traditionellen Parteien beherrschten Wahlkommission auf 34 Prozent. Auf dem zweiten Platz landete demnach Castro von der  linksorientierten Partei Libre mit 29 Prozent. Den dritten Rang belegte mit 21 Prozent Mauricio Villeda von der oppositionellen Liberalen Partei.

Die Wahlbeteiligung lag den Angaben zufolge bei für Honduras rekordverdächtigen 61 Prozent. Rund 5,4 Millionen Honduraner waren am Sonntag zur Abstimmung aufgerufen. Bisher lösten sich die Nationale und die Liberale Partei traditionell an der Regierung ab. Mit dem Vorstoß der Partei Libre von Castro wurde diese Zweiparteienherrschaft durchbrochen.

Im Wahlkampf hatte Hernández versprochen, mit der Armee gegen die Kriminalität des Landes vorzugehen. Honduras hat mit durchschnittlich 20 Morden pro Tag die weltweit höchste Mordrate gemessen an der Bevölkerungszahl. Honduras hat mit großen Wirtschaftsproblemen zu kämpfen, die sich in einer Arbeitslosenquote von rund 40 Prozent niederschlagen. Das Land ist nach Haiti das ärmste Land des Kontinents.

Von der Polizei heißt es in westlichen Staaten, dass sie korrupt sei und kriminelle Banden ganze Stadtviertel kontrollieren. Rauschgiftkartelle benutzen Honduras als Umschlagplatz für die Verschiffung von Drogen, insbesondere Kokain in die USA.