Berlin (dpa) - Rechtsextreme Gewalttäter in Deutschland könnten nach einem Zeitungsbericht weit mehr Todesopfer auf dem Gewissen haben als bekannt.

Bundeskriminalamt und Landespolizeibehörden hätten bei einer Überprüfung von 3300 Tötungen und Tötungsversuchen ohne Verdächtige in 746 Fällen Anhaltspunkte "für eine mögliche politische
rechte Tatmotivation" entdeckt, berichtet die "Neue Osnabrücker Zeitung" (Mittwoch). Sie beruft sich dabei auf einen Sprecher des Bundesinnenministeriums. Die bislang ungelösten Verbrechen aus den Jahren 1990 bis 2011 sollten nun von den Polizeibehörden der Länder noch einmal unter die Lupe genommen werden.

Die Überprüfung war nach Bekanntwerden der Mordserie des "Nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU) in die Wege geleitet worden. Die bisherige Statistik der Bundesregierung nennt knapp 60 Morde mit rechtsextremem Hintergrund. An dieser Zahl
war in den vergangenen Jahren immer wieder Kritik laut geworden.