Braunschweig (dpa) - Die Goldschildfliege ist das Insekt des Jahres 2014. Ausgewählt wurde die Fliege von einem Kuratorium, dem namhafte Insektenkundler angehören.

"Wir haben die Goldschildfliege genommen, weil sie als schillerndes Insekt aus den mehreren tausend Fliegenarten herausragt und recht selten ist", erklärte Kuratoriumssprecher Wohlert Wohlers vom Julius-Kühn-Institut am Mittwoch in Braunschweig. Männliche Goldschildfliegen haben rote Augen, einen golden schimmernden Rücken und orangefarbene Flügel. Mit einem Zentimeter Körperlänge und mehr als zwei Zentimetern Flügelspannweite seien die Tiere zudem relativ groß.

"Das ist ein richtiger Prachtbrummer, wenn sie die Fliege einmal zu Gesicht bekommen", sagte Wohlers. Die weiblichen Tiere sind nicht so prächtig gefärbt, aber auch sie haben die markanten roten Augen. Die Goldschildfliege (Phasia aurigera) lebt an sonnigen Waldrändern, wo sie sich von Blütennektar ernährt. Die bunten Brummer legen ihre Eier in lebende Wanzen. Die Larven ernähren sich zunächst von der Körperflüssigkeit und Fettzellen ihrer Wirtstiere, bevor sie auch die inneren Organe aufzehren und sie damit töten. Wo die Fliegenlarven sich später verpuppen und überwintern, ist nicht bekannt. Der Lebenszyklus ist noch nicht völlig erforscht.

"Wenn man so einen goldenen Brummer mal sieht, kann man sich sehr glücklich schätzen", sagte Wohlers. Früher kam die Goldschildfliege in Deutschland nur südlich einer Linie zwischen Rhein, Harz und Berlin vor, zwischenzeitlich hat es aber auch Sichtungen nördlich davon gegeben. Das Kuratorium Insekt des Jahres besteht aus zehn Insektenexperten und Naturschützern und möchte mit dem Titel "Insekt des Jahres" auf besonders seltene oder schöne Tiere hinweisen. "Insekten haben keinen guten Ruf, das wollen wir ändern", erklärte Wohlers.

Julius-Kühn-Institut zu Insekt des Jahres