Politiker der SPD haben sich gegen die Ansprüche von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble gewandt, auch in einer Großen Koalition weiter im Amt zu bleiben. Schäuble hatte in einem Interview seine Partei aufgefordert, das Ressort Finanzen selbst zu besetzen und dabei Interesse angemeldet, als Finanzminister im Amt zu bleiben.  

Die SPD wies diese Ansprüche zunächst zurück. "Es ist noch offen, welche Ministerien wir beanspruchen", sagte SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles . Vor dem Ergebnis des Mitgliederentscheids über den Koalitionsvertrag will die Partei nicht über etwaige Ministerposten beraten. Die Ergebnisse der Befragung sollen Mitte Dezember vorliegen.

Aus einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ)  ging hervor, dass Schäuble, bleibe er im Amt, die Ausgabenbremen etwas lockern wolle . Die Zeitung beruft sich dabei auf eine Vorlage des Ministeriums für den Stabilitätsrat. Schäuble wolle in vier Jahren 318 Milliarden Euro ausgeben, hieß es in der FAZ . Das seien knapp zehn Milliarden Euro mehr, als nach der mittelfristigen Finanzplanung vom Sommer für das Jahr 2017 vorgesehen gewesen sei. Im kommenden Jahr plane Schäuble Ausgaben von 296 Milliarden Euro.