Kiew (dpa) - Die Proteste der prowestlichen Opposition in der Ukraine gegen die Regierung des prorussischen Präsidenten Viktor Janukowitsch in Kiew dauern unvermindert an.

Tausende Menschen demonstrierten auch am Donnerstag den 14. Tag in Folge im Zentrum der Hauptstadt für eine Annäherung der Ex-Sowjetrepublik an die Europäische Union. Die Opposition fordert den Rücktritt der ukrainischen Führung.

Um die Protestbewegung in der Ukraine geht es auch bei einem Außenministertreffen der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), das am Vormittag in Kiew begann. An der Konferenz nehmen Vertreter von insgesamt 57 Staaten teil, darunter auch Russland und die USA. Deutschland ist durch den amtierenden Außenminister Guido Westerwelle (FDP) vertreten. Der ukrainische Präsident Janukowitsch nimmt nicht teil, er hält sich zu einem Besuch in China auf.

Am Rande des Treffens wies Westerwelle russische Kritik an der Unterstützung des Westens für die ukrainische Opposition zurück. Dies sei "keine Einmischung in die innere Angelegenheit eines Landes, sondern Ausdruck unserer europäischen Werte", sagte er im ARD-"Morgenmagazin". Der FDP-Politiker reagierte damit auf den russischen Außenminister Sergej Lawrow, der den Westen vor einer Einmischung gewarnt hatte.

Am Mittwochabend hatte Westerwelle gemeinsam mit dem Oppositionspolitiker Vitali Klitschko den Unabhängigkeitsplatz von Kiew besucht, wo die Opposition seit mehreren Tagen gegen Janukowitsch protestiert. Der ukrainische Ministerpräsident Nikolai Asarow sagte daraufhin ein Treffen mit Westerwelle kurzfristig ab.

Die ganze Nacht hindurch harrten prowestliche Demonstranten erneut in einer Zeltstadt auf dem Maidan - dem Platz der Unabhängigkeit - aus. Sie wärmten sich bei winterlichem Wetter an Kanonenöfen und Feuertonnen. Mehrere öffentliche Gebäude, darunter das Bürgermeisteramt, waren weiter besetzt. Zudem versperrten die Demonstrierenden Zufahren zu Regierungsgebäuden.