São Paulo (SID) - Das europäische Steuerparadies Andorra hat den "Fluchtplänen" des brasilianischen Fußball-Funktionärs Ricardo Teixeira einen Strich durch die Rechnung gemacht. Der am Schmiergeldskandal des Weltverbandes FIFA beteiligte 66-Jährige, der im März 2012 nach 23 Jahren an der Spitze des nationalen Verband CBF zurückgetreten war, wollte ins kleine Fürstentum auswandern, weil der Pyrenäenstaat kein Auslieferungsabkommen mit Brasilien hat.

Laut der Tageszeitung Diari di Andorra verlängerten die örtlichen Behörden nach neuen Betrugsvorwürfen jedoch das im Vorjahr ausgestellte Visum nicht. Offiziell, weil Teixeira, dem in seiner Heimat wegen Finanzvergehen eine strafrechtliche Verfolgung droht, nicht die erforderlichen drei Monate im Kleinstaat zwischen Spanien und Frankreich gelebt hat. Der Brasilianer hatte sich bereits ein Haus im auserkorenen Exil gekauft.

Der jüngste Skandal kam im vergangenen August ans Tageslicht. Die Zeitung Estado de São Paulo berichtete, dass Gelder aus Freundschaftsspielen der Seleção, es sollen über acht Millionen Euro sein, an Teixeiras Geschäftspartner Sandro Rosell, Präsident des spanischen Spitzenklubs FC Barcelona, gezahlt wurden. Dessen Firma hat zwar einen Sitz in den USA, das Geld, angeblich Honorare für eine bislang nicht näher definierte Leistung, wurde aber auf Bankkonten in Andorra überwiesen.

Aus im Juni 2012 veröffentlichten Gerichtsdokumenten war hervorgegangen, dass Teixeira, der heute in einer Luxusvilla in Boca Raton an der US-Ostküste lebt, und sein früherer Schwiegervater Joao Havelange, langjähriger FIFA-Präsident, von der inzwischen pleitegegangenen FIFA-Vermarktungsagentur ISL Schmiergelder erhalten hatten.