Der amtierende Verteidigungsminister Thomas de Maizière hat den Anschlag auf die Bundeswehr in der afghanischen Hauptstadt Kabul als besorgniserregend bezeichnet. Die Sicherheitslage bleibe labil. Das sei aber kein Grund, jetzt von "unserem Kurs abzuweichen", sagte er während eines Truppenbesuchs im nordafghanischen Masar-i-Scharif . Eine Stunde nach seiner Ankunft war im mehrere hundert Kilometer entfernten Kabul ein Konvoi mit fünf gepanzerten Bundeswehrfahrzeugen von einem Selbstmordattentäter attackiert worden. Deutsche Soldaten wurden aber nicht verletzt.

Bereits gestern waren bei einem Raketenangriff der radikalislamischen Taliban sind im Nordwesten Afghanistans mindestens sechs Zivilisten getötet worden. Die Rakete hatte in der Nacht zum Dienstag das Haus einer Familie im Distrikt Bala Murghab (Provinz Badghis) getroffen, teilte das Innenministerium mit. Unter den Toten seien zwei Mädchen und ein Junge. Außerdem habe es vier Verletzte gegeben.

Die Taliban haben ihre Angriffe in den vergangenen Monaten verstärkt. Im kommenden Jahr wird die internationale Schutztruppe ihren Kampfeinsatz in Afghanistan beenden.