Dublin (dpa) - Irland verlässt als erstes der Euro-Krisenländer den vor mehr als drei Jahren gespannten Rettungsschirm der Währungsgemeinschaft. Am Sonntag lief das Schutzprogramm von EU und Internationalem Währungsfonds (IWF) aus.

2010 stand Dublin vor dem Staatsbankrott, in das Debakel getrieben vom Bankensektor, der in den Strudel der Finanzkrise mitgerissen wurde. Irland musste Nothilfen beantragen, die sich auf 67,5 Milliarden Euro summierten. Für die Iren brachen harte Zeiten an, mit scharfen Einschnitten auch in die Sozialleistungen. Jetzt will das Land wieder auf eigenen Beinen stehen. Erste selbstständige Schritte auf dem Kapitalmarkt sind bereits gelungen.

"Einen riesigen Erfolg für Irland und den gesamten Euroraum" sieht Klaus Regling, der Chef des europäischen Rettungsfonds ESM, das Ausscheiden aus dem Schutzprogramm. Irland hatte mit fast 350 Milliarden Euro sein aufgeblähtes Bankensystem vor dem Untergang retten müssen. Mehr als jedes andere EU-Land verwendeten die Iren für Garantien, Kapitalspritzen und andere Finanzhilfen auf. Irland rutschte tief in die Rezession, die Neuverschuldung erreichte 2010 mit mehr als 30 Prozent des Bruttoinlandsproduktes Rekordniveau. Die Arbeitslosigkeit kletterte zwei Jahre später auf über 15 Prozent.

Mitteilung EFSF

EU-Kommission zu Beihilfen - Englisch

Beihilfen-Bericht der EU-Kommission