Kiew (dpa) - In der ukrainischen Hauptstadt Kiew haben sich die prowestliche Opposition wie auch Anhänger der russlandfreundlichen Regierung zu neuen Massendemonstrationen versammelt. Anhänger von Präsident Viktor Janukowitsch begannen in einem Park mit einer Dauerkundgebung.

Die regierende Partei der Region hatte die Aktion kurzfristig verlegt, nachdem sie eigentlich - wie schon am Vortag - nur wenige Hundert Meter von der Opposition entfernt demonstrieren wollte. Der Schritt gilt als Signal einer Deeskalation. Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz.

Auf dem Unabhängigkeitsplatz (Maidan) verbrachten erneut Tausende Regierungsgegner trotz klirrender Kälte die Nacht. Dort erwartete die Opposition um Boxweltmeister Vitali Klitschko am Sonntag Hunderttausende Anhänger zu einer "Volksversammlung".

In fünf Wahlkreisen, darunter einem in Kiew, begannen unterdessen Nachwahlen zum Parlament. Die Wahlkommission hatte dort bei der Abstimmung vor gut einem Jahr angeblich kein eindeutiges Ergebnis feststellen können. Kritiker hatten Wahlverstöße angeprangert.

Am Vorabend verfolgten etwa 50 000 Menschen, darunter der republikanische US-Senator John McCain, auf dem von der Opposition besetzten Maidan ein Konzert der beliebten Rockband Okean Elsy. Die Opposition protestiert dagegen, dass Janukowitsch ein Abkommen mit der EU auf Druck Russlands verweigert hatte.

McCain traf sich zudem mit Außenminister Leonid Koschara sowie mit Klitschko und anderen Oppositionsführern. Dabei forderte Klitschko die USA zu Sanktionen gegen die Führung in Kiew auf, wie seine Partei Udar (Schlag) mitteilte.

Mitteilung der regierenden Partei der Regionen, Russisch

Udar-Mitteilung, Ukrainisch

Video vom Beginn des Treffens McCain/Klitschko

Mitteilung Außenministerium, Ukrainisch