Brüssel (SID) - Die Europäische Kommission hat eine Reihe spanischer Fußball-Erstligisten wegen möglicher wettbewerbsrechtlicher Verstöße ins Visier genommen, darunter auch Rekordmeister Real Madrid und den FC Barcelona. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung (Dienstagsausgabe). Förmliche Beihilfeverfahren sollen eröffnet werden.

Real, Barcelona, CA Osasuna und Athletic Bilbao stehen demnach im Verdacht, wegen ihrer Organisationsform als gemeinnützige Vereine steuerrechtliche Vorteile gegenüber den anderen Profiklubs zu genießen, die allesamt Sportaktiengesellschaften sind. Die vier Vereine umgingen zu Beginn der 1990er-Jahre einer Zwangsumwandlung, weil sie als solvent galten. Der Regelsteuersatz auf Gewinne für die gemeinnützigen Vereine liegt niedriger als für die AGs.

Zudem muss Real wegen dubioser Grundstücksgeschäfte Untersuchungen befürchten. Der Verein hatte Land im Madrider Vorland gegen Grundstücke rund um das Bernabéu-Stadion in einer der teuersten Gegenden der spanischen Hauptstadt getauscht. Der finanziell angeschlagene FC Valencia steht zudem wegen Bürgschaften der Regionalregierung für einen 81 Millionen schweren Kredit im Fokus.