Moskau (dpa) - Die im Straflager inhaftierten Musikerinnen der kremlkritischen Punkband Pussy Riot hoffen im Zuge der russischen Massenamnestie noch in dieser Woche auf ihre Freilassung.

"Sie können theoretisch noch heute herauskommen", sagte die Anwältin der Gegnerinnen von Kremlchef Wladimir Putin, Irina Chrunowa, am Donnerstag der Agentur Interfax. Die Angehörigen der inhaftierten Nadeschda Tolokonnikowa (24) und Maria Aljochina (25) seien bereits zu den jeweiligen Straflagern gereist, um die Frauen zu begrüßen.

Die Staatsduma hatte am Mittwoch eine Massenamnestie beschlossen, die auch einzelne Putin-Gegner betrifft. Der Strafvollzug hat sechs Monate Zeit, den Gnadenakt umzusetzen. Demnach müssen die beiden Frauen von Pussy Riot mehrere Dokumente vorlegen, um in Freiheit zu kommen - zum Beispiel einen Nachweis, dass sie das Erziehungsrecht für ihre minderjährigen Kinder haben.

Tolokonnikowa und Aljochina waren im vergangenen Jahr nach einem Anti-Putin-Protest in einer Kirche wegen Rowdytums verurteilt worden. Das Vorgehen der Justiz hatte weltweit Kritik ausgelöst. Die Strafe würde im März enden. Dass sie freikommen sollen, werten Beobachter als Zugeständnis des Kremls an den Westen vor den Olympischen Winterspielen, die am 7. Februar in Sotschi eröffnet werden.