Darmstadt/Kourou (dpa) - Die europäische Raumfahrtagentur Esa hat ihr modernstes Teleskop ins All geschickt, um eine Milliarde Sterne mit noch nie dagewesener Genauigkeit zu erfassen. Mit den Daten soll eine dreidimensionale Karte der Milchstraße erstellt werden.

Die Kamera "Gaia" startete am Donnerstag an Bord einer Sojus-Rakete auf dem Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana. Nach Auskunft des Herstellers Astrium ist sie so präzise, dass sie von der Erde aus eine 1-Euro-Münze auf dem Mond entdecken könnte. In der Milchstraße gibt es schätzungsweise mindestens 100 Milliarden Sterne. Das Satellitenkontrollzentrum der Esa sitzt in Darmstadt.

"Gaias" Vorgängermission "Hipparcos" hatte in den Jahren 1989 bis 1993 rund 100 000 Sterne mit hoher Präzision und etwa 2,5 Millionen Sterne mit geringerer Genauigkeit vermessen. ""Gaia" ist hier unser nächster Quantensprung", sagte Projektleiter Andreas Rudolph. "Wir werden auch viele Objekte finden, die wir noch gar nicht kennen." Nach Angaben des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) ist die Messgenauigkeit von "Gaia" 50 mal höher als die genauesten Messungen von "Hipparcos". Das neue Teleskop soll fünf Jahre lang arbeiten.

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