Leipzig/Bad Hersfeld (dpa) - Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat ihre Arbeitsniederlegungen beim Online-Versandhändler Amazon fortgesetzt. Erneut haben am Donnerstag zahlreiche Beschäftigte in den Versandzentren Bad Hersfeld und Leipzig die Arbeit niedergelegt.

Es war der vierte Streiktag in Folge. An beiden Standorten beteiligten sich zusammen wieder rund 1100 Mitarbeiter, wie Verdi-Sprecher Christoph Schmitz in Berlin sagte. Amazon sprach von weniger als 860 Mitarbeitern aus beiden Schichten des Tages. Die Mehrheit habe regulär gearbeitet.

In beiden Versandzentren soll der Ausstand bis einschließlich Samstag weitergehen. Die Hessen hatten sich erst am Mittwoch für eine Verlängerung der Aktionen ausgesprochen. Unterdessen betonte Amazon Deutschland-Chef Ralf Kleber, dass die Arbeitsniederlegungen keine Auswirkungen auf das Versandgeschäft hätten.

Es blieben keine Päckchen liegen, unterstrich er. Mit 4,6 Millionen Bestellungen sei am 15. Dezember der Spitzenbestelltag gewesen. Das seien rund 15 Prozent mehr als zum Spitzentag im vorigen Jahr. Verdi-Sprecher Schmitz sagte hingegen, auf jeden Fall werde es für das Unternehmen aufwendiger, die Bestellzeiten einzuhalten.

Streikleiter Thomas Kleber bei Amazon in Leipzig betonte, auch am Tag vier sei die Bereitschaft zum Ausstand ungebrochen. "Das Streikzelt ist voll". Es lägen keine verlässlichen Zahlen zu möglichen Auswirkungen vor. "Aber wir wissen, dass es zähflüssig und manchmal kritisch ist. Es wird doch nicht einfacher, wenn 500 Leute draußen stehen", sagte Schneider.

In dem seit Monaten schwelenden Konflikt fordert Verdi die Aufnahme von Verhandlungen für einen Tarifvertrag zu den Bedingungen des Einzel-und Versandhandels für bundesweit rund 9000 Mitarbeiter. Der Versandriese orientiert sich am niedrigeren Niveau der Logistikbranche. Amazon Deutschland-Chef Kleber bekräftigte am Donnerstag: "Wir sehen keinen Anlass, mit Verdi in Verhandlungen zu treten."

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