Frankfurt/Main (dpa) - Positive Konjunkturdaten haben den Dax zum "Hexensabbat" am Freitag angetrieben. Am großen Verfallstag an den Terminbörsen, an dem es auch ohne wesentliche Nachrichten zu stärkeren Kursschwankungen kommen kann, stieg der deutsche Leitindex um 0,69 Prozent auf 9400,18 Punkte.

Auf Wochensicht bedeutete dies ein Plus von 4,37 Prozent. Für den MDax ging es am Freitag um 0,56 Prozent auf 16 391,00 Punkte nach oben. Der TecDax hingegen bewegte sich mit plus 0,02 Prozent auf 1156,88 Punkte kaum von der Stelle.

Von seinem Rekordhoch bei 9424 Punkten ist der Dax nur noch gut 20 Punkte entfernt. Nach den Rückschlägen in den vergangenen beiden Wochen sehe es nun doch noch nach einer Jahresendrally aus, sagte ein Börsianer. Den größten Kurstreiber stelle nach wie vor die US-Notenbank dar, die mit einer nur moderaten Reduzierung ihrer konjunkturstützenden Anleihekäufe weiterhin für mehr als ausreichend Liquidität an den Kapitalmärkten sorge, schrieb Marktanalyst Gregor Kuhn vom Broker IG.

Hinzu kam Börsianern zufolge der erneute Anstieg des Verbrauchervertrauens in Deutschland. Das GfK-Konsumklima signalisiert für Januar einen Wert von 7,6 Punkten. Damit erreichte der Konjunkturindikator den höchsten Wert seit August 2007. Darüber hinaus profitierten die Aktienmärkte auch von überraschend starken Wachstumszahlen der US-Wirtschaft.

Titel der Deutschen Börse knüpften an der Dax-Spitze mit einem Plus von 3,22 Prozent an ihre Kursrally seit Wochenbeginn an. Die Vorzugsaktien von Volkswagen stiegen im Verlauf zum ersten Mal in ihrer Geschichte auf 200 Euro.

Im Index der mittelgroßen Werte setzten sich die Titel von Rhön-Klinikum an die Spitze. Die Aktionäre B. Braun und Asklepios hatten zuvor ihre Blockade gegen die Übernahme der meisten Rhön-Kliniken durch den Medizinkonzern Fresenius aufgegeben. Die Rhön-Klinikum-Papiere zogen um 4,98 Prozent an. Für die Anteilsscheine von Fresenius ging es um 0,45 Prozent nach unten.

Die europäischen Standardwerte indes legten überwiegend zu. Der EuroStoxx 50 schloss 0,60 Prozent höher bei 3049,35 Punkten und verzeichnete damit das größte Wochenplus seit mehr als einem Jahr. Auch die Börsen in Paris und London verbuchten am Freitag Gewinne. In New York stieg der Dow Jones Industrial zum Handelsende in Europa um 0,53 Prozent.

Am Rentenmarkt legte die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,52 Prozent am Vortag auf 1,54 Prozent zu. Der Rentenindex Rex fiel um 0,21 Prozent auf 132,62 Punkte. Der Bund-Future stieg um 0,01 Prozent auf 139,87 Punkte. Der Kurs des Euro gab nach. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,3655 (Donnerstag: 1,3667) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7323 (0,7317) Euro.