Im Südsudan sind bei dem Angriff auf ein UN-Lager drei indische Soldaten der internationalen Friedenstruppe getötet worden. Das sagte der ständige Repräsentant Indiens bei den Vereinten Nationen. Es sind die ersten Toten auf Seiten der UN seit Ausbruch der Unruhen in dem Land am vergangenen Wochenende.

Die Soldaten wurden bei der Attacke auf das Lager in Akobo in der Provinz Jonglei getötet. Nach Angaben der UN attackierten Angehörige des Stammes der Lou Nuer das Lager der UN-Mission. Die Angreifer sollen aus der Volksgruppe der Nuer stammen. Daraufhin verloren die Vereinten Nationen den Kontakt zu ihrem Stützpunkt. Nach Angaben des indischen Botschafters bei der UN, Asoke Mukerji, seien die drei Blauhelm-Soldaten von Milizen "gezielt" getötet worden.

Die drei Soldaten galten unmittelbar nach dem Angriff als vermisst. Die übrigen 40 der dort stationierten 43 Soldaten seien in ein Camp der südsudanesischen Armee gebracht worden, hieß es von Seiten der Vereinten Nationen. In das UN-Lager in Akobo waren zuvor wiederum mehr als 30 Angehörige der Dinka geflüchtet. Insgesamt suchten der UN zufolge in den vergangenen Tagen Zehntausende Zivilisten vor den Kämpfen auf verschiedenen UN-Stützpunkten Zuflucht.

Im Südsudan, der sich im Juli 2011 vom Sudan unabhängig erklärt hatte, toben seit vergangenem Sonntag schwere Kämpfe zwischen rivalisierenden Fraktionen der Armee. Dabei sollen hunderte Menschen getötet worden sein. US-Präsident Barack Obama forderte mit harten Worten ein sofortiges Ende der Gewalt. Die USA entsandten zudem Dutzende Soldaten in den afrikanischen Staat.