Berlin (dpa) - Der Kremlgegner Michail Chodorkowski ist nach seiner Entlassung aus einem russischen Straflager am Freitagnachmittag in Berlin-Schönefeld gelandet.

Dies bestätigte Ex-Außenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP), der ihn am Flughafen abholte, der Nachrichtenagentur dpa. Genscher sagte auf die Frage, ob Chodorkowski neben ihm im Auto sitze: "Ja, das bestätige ich." An der Aktion waren auch die deutsche Botschaft in Moskau und das Auswärtige Amt beteiligt.

Der frühere Öl-Milliardär habe darum gebeten, nach Berlin zu reisen, weil in Deutschland seine an Krebs erkrankte Mutter behandelt werde. "Seiner Bitte wurde entsprochen", hieß es in Moskau.

Die krebskranke Mutter Chodorkowskis ist nach eigenen Angaben zur Zeit in Russland. Sie sei zwar vor einiger Zeit in Deutschland behandelt worden. "Aber ich bin in Romaschkino im Gebiet Moskau", sagte Marina Chodorkowskaja der Staatsagentur Itar-Tass.

Der 50-jährige Chodorkowski war am Morgen von Präsident Wladimir Putin begnadigt worden und hatte kurz darauf nach mehr als zehn Jahren Haft das Straflager verlassen.