Engelberg (dpa) - Im tief verschneiten Engelberg wollen sich Deutschlands Skispringer mit einer erstklassigen Generalprobe für die Vierschanzentournee in die richtige Weihnachtsstimmung bringen.

Beim Weltcup am Fuße des imposanten Titlis-Berges hoffen Severin Freund & Co. nach einem Kurz-Trainingslager in Oberstdorf auf einen Podestplatz und Rückenwind für das erste Saison-Highlight. "Neben Materialtests konnten wir bei guten Bedingungen an der Sprungtechnik arbeiten und uns den Feinschliff vor der Tournee holen. In Engelberg wollen wir an die guten Saisonleistungen anknüpfen", sagte Bundestrainer Werner Schuster.

Vor allem Freund ist heiß auf einen Podiumsplatz, den er beim Heimauftritt vor einer Woche in Titisee-Neustadt zweimal verpasst hatte. "In Engelberg ist mir noch nie ein ganz starkes Ergebnis gelungen. Es ist also an der Zeit dafür", verkündete der 25 Jahre alte Bayer voller Zuversicht: "Ich freue mich auf das Wochenende vor allem vor dem Hintergrund, dass meine Sprünge zusehends konstanter werden. Nach dem Training in Oberstdorf passt es jetzt gut, noch einmal einen Wettkampf vor der Tournee zu springen."

Der Frontmann im DSV-Team gibt sich cool, auch wenn die Konkurrenz immer größer wird. "Insgesamt ist das Feld enger zusammengerückt. Deshalb muss man eine absolute Top-Leistung abrufen, möchte man ganz vorne mitspringen", stellte Freund fest. "Aber ich bin auf einem guten Weg."

Zuletzt mischten überraschend selbst Oldies wie der viermalige Olympiasieger Simon Ammann aus der Schweiz und Japans Skisprung-Opa Noriaki Kasai wieder an der Spitze mit. Doch Schuster glaubt an seine Nummer 1: "Severin ist in guter Form. Seine Tournee-Chancen sind intakt."

Mit Freude verfolgt der Bundestrainer, dass auch Richard Freitag nach seinem Mittelfußbruch langsam in Fahrt kommt. "Er kann es schaffen, bis zur Tournee in Topform zu sein", erklärte Schuster. "Die vergangenen zwei Wochen haben mir gutgetan, auch wenn die Platzierungen auf der Großschanze noch nicht perfekt waren. Wichtig war, dass die Sprünge immer besser kommen", sagte Freitag.

An diesem Trend soll sich in Engelberg möglichst nichts ändern, denn direkt nach den Feiertagen geht es zum Auftaktspringen der Vierschanzentournee in Oberstdorf. Dafür hat Schuster die sieben Weltcupstarter bereits fix nominiert.

Während die Youngster Andreas Wellinger, Karl Geiger und Marinus Kraus trotz einiger Leistungsschwankungen bisher überzeugten, laufen ausgerechnet die erfahrenen Michael Neumayer und Andreas Wank der Musik noch hinterher. "Es ist bisher eine zähe Saison", räumte Jungvater Neumayer ein. Für den 34-Jährigen geht es genauso wie für Wank auch darum, mit einem Top-8-Platz die Olympia-Norm zu erfüllen.