Nürnberg (dpa) - Der Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise, will die Zahl der Jobsucher auf 1,5 Millionen nahezu halbieren. "Das ist für mich das absolute Ziel.

Nur das rechtfertigt den Einsatz der vielen Milliarden in der Grundsicherung und die rund 60 000 Beschäftigten in den Jobcentern", sagte Weise der Nachrichtenagentur dpa. Einen zeitlichen Horizont nannte er nicht.

Alle Menschen in Arbeit zu bringen, hält er dagegen für kaum möglich - schon deshalb, weil es immer Menschen geben wird, die bei einem Stellenwechsel vorübergehend arbeitslos sind. Außerdem: "Wir werden immer Menschen haben, die den Anforderungen nicht gerecht werden", sagte er. Im November waren in Deutschland 2,806 Millionen Männer und Frauen als arbeitslos registriert.

Weise räumte ein, dass schon der Weg zu einer Halbierung der derzeitigen Arbeitslosigkeit schwierig genug sei. "Es gibt Entwicklungen, die spielen komplett dagegen." So gebe es in der Jobdatenbank der Bundesagentur lediglich 16 Prozent offene Stelle für Hilfskräfte. Gesucht würden solche Stellen aber von jedem zweiten Arbeitslosen; vielen Erwerbslosen fehlt es an der erforderlichen Schul- und Berufsausbildung. Bei vielen erschwerten auch Probleme im privaten Umfeld eine Jobvermittlung, manche müssten nach langer Arbeitslosigkeit erst wieder an einen Acht-Stunden-Tag gewöhnt werden.

Nach Weises Ansicht sollten bei schwer vermittelbaren Arbeitslosen neue Wegen erprobt werden. "Deshalb wollen wir nicht nur einen (staatlich subventionierten) "zweiten Arbeitsmarkt", sondern setzen auch auf niedrigschwellige Angebote von Unternehmen. Wir sind gut beraten, uns daran ranzutasten", sagte Weise. So unterstütze die Bundesagentur bei dem Projekt "Perspektive in Betrieben" die Beschäftigung eines nicht voll leistungsfähigen Arbeitslosen mit Lohnkostenzuschüssen - mit dem Ziel, dass er wieder voll ins Arbeitsleben integriert wird.