Berlin (dpa) - Die meisten deutschen Internet-Nutzer ändern auch nach Monaten von NSA-Enthüllungen nichts an ihrem Verhalten im Netz. Nur rund jeder Fünfte will künftig Online-Dienste weniger nutzen oder setzt zusätzliche Vorkehrungen wie Verschlüsselung ein, wie eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der dpa ergab.

Dabei glauben 84 Prozent, dass die ausufernde Überwachung durch den US-Geheimdienst NSA und seinen britischen Partner GCHQ grundsätzlich gegen die Bürgerrechte in Deutschland verstößt. Zugleich fühlen sich aber nur 45 Prozent dadurch auch in ihren persönlichen Rechten eingeschränkt.

Während europäische Anbieter von Online-Dienste hoffen, ihre Marktposition mit Rückenwind der Enthüllungen ausbauen zu können, bekommen sie von den Verbrauchern kaum einen Vertrauensvorschuss. In der Umfrage erklärten 65 Prozent, dass sie Internet-Angebote aus Deutschland nicht für sicherer halten als Dienste von US-Unternehmen.

YouGov befragte in Online-Interviews Mitte Dezember 1003 Personen.