Die Friedensgespräche für Südsudan werden fortgesetzt. In Kenias Hauptstadt Nairobi ist ein Gipfeltreffen mit den Staatschefs der nordostafrikanischen Regionalorganisation IGAD geplant, wie Südsudans Außenminister Barnaba Marial Benjamin ankündigte. Er sagte, Südsudans Staatsoberhaupt Salva Kiir sei zu Verhandlungen über ein Ende der Gewalt bereit. Auch der ehemalige Vizepräsident und Widersacher, Riek Machar, soll eine Einladung erhalten haben. 

Erste diplomatische Vermittlungsversuche mit Kenias Präsidenten Uhuru Kenyatta, dem äthiopischen Regierungschef  Hailemariam Desalegn und Kiir waren am Donnerstagabend ins Leere gelaufen.

Der UN-Sicherheitsrat hatte am Dienstag eine temporäre Verstärkung der Blauhelme von 8.000 auf 14.000 Soldaten zugesagt. Es wird befürchtet, dass sich die Gefechte in der zentralafrikanischen Republik zu einem Bürgerkrieg ausweiten könnten.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat die Konfliktparteien im Südsudan zu einer Einigung aufgerufen. "Das Morden muss ein Ende haben", sagte der SPD-Politiker. Keine der beiden Seiten dürfe sich den Vermittlungsbemühungen der afrikanischen Nachbarn entziehen.

Der Südsudan wird von einem ethnisch motivierten Machtkampf zwischen Präsident Kiir und Machar erschüttert. Beide gehören verschiedenen Volksgruppen an. Kiir hatte Machar im Juli als Vizepräsidenten entlassen und die Regierung aufgelöst. Machar wirft dem Präsidenten einen diktatorischen Stil vor und fordert dessen Rücktritt.