Grünen-Chef Cem Özdemir hat von der CSU verlangt, von ihren Maut-Plänen für Pkw abzulassen . Rechtskonform lasse sich die Maut von CSU-Chef Horst Seehofer nicht durchsetzen, zudem sei sie durch die Belastung aller Autofahrer ungerecht und unökologisch, sagte Özdemir Spiegel online

"Denn diejenigen, die für unsere maroden Straßen verantwortlich sind, sollten auch für ihre Sanierung aufkommen müssen", sagte Özdemir. Er stellte sich damit gegen die Initiative von Seehofer, die auch von dem neuen Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) gestützt wird. 

Ebenfalls gegen die CSU-Pläne positionieren sich die beiden größten Automobilclubs ADAC und ACE. Statt einer Pkw-Maut sollte die Lkw-Maut auf alle Fahrzeuge über 3,5 Tonnen und Bundesstraßen erweitert werden, so Özdemir. Der ADAC sprach sich zudem dafür aus, die Mineralölsteuer zu erhöhen, um die finanziellen Lasten für den Erhalt der Infrastruktur gerecht auf alle Straßennutzer zu verteilen. 

Die CSU fordert eine Autobahn-Vignette, um Fahrer aus dem Ausland für Investitionen in die Straße zur Kasse zu bitten. Die Maut müsste für alle Autos gelten, da EU-Recht eine Benachteiligung wegen der Nationalität untersagt. Die CSU hat daher eine Entlastung für Fahrer aus dem Inland etwa über eine niedrigere Kfz-Steuer vorgeschlagen. Laut schwarz-rotem Koalitionsvertrag gilt die "Maßgabe, dass kein Fahrzeughalter in Deutschland stärker belastet wird". Ein konkretes Konzept liegt noch nicht vor.